Es vergeht Sei es Supermarkt, Discounter oder Bioladen – das Sortiment an biologisch/ökologisch angebauten Produkten hat sich in den letzten Jahren stetig erweitert. Sein Müsli-Image hat das Biosiegel inzwischen längst verloren, „bio essen“ und „bio eben“ tendiert immer mehr zur Norm.

Eine gute Tendenz, denn das heißt, dass sich immer mehr Menschen direkt mit ihren Nahrungsmitteln auseinandersetzen.

Hierzu ein paar Infos:

Was ist drin in Bio?

Zunächst muss (leider) mit der Meinung aufgeräumt werden, Bioprodukte hätten mehr Vitamine als konventionelle Produkte. Das wurde inzwischen durch mehrere Studien widerlegt. Vielmehr sind Sorten, Bodenbeschaffenheit, Erntezeitpunkt und Lagerdauer ausschlaggebend für die Menge an Vitaminen in Obst, Gemüse und Co. Ähnlich ist es bei der bakteriellen Belastung oder der Menge der allergieauslösenden Bestandteile – zwischen Bio und Nicht-Bio gibt es keine signifikanten Unterschiede. Lediglich bei bestimmten Produkten wie Ananassaft oder frischer Vollmilch gibt es deutliche Ausschläge zugunsten der Bioprodukte. Geschmacklich hingegen liegen ökologische Produkte bei vielen Verbrauchern weit vorn. Das liegt an den häufig erheblich kürzeren Lieferzeiten und der geringeren Lagerdauer. Feld- und Baumfrüchte werden später und somit reifer geerntet. Daher sind sie viel aromatischer, wenn auch nicht so langlebig.

Frische Kirschtomaten – Foto: www.emilymontana.de

Frische Kirschtomaten – Foto: www.emilymontana.de

Weniger ist oft mehr

Was bei Bioprodukten natürlich geringer ausfällt, sind die Pestizidrückstände in Gemüse, Getreide und Obst. Zwar sind die Pestizide in den in Europa erlaubten Maßen nicht unmittelbar schädlich, trotzdem sind sie alles andere als gesund.

Bei Bio-Fleisch, -Fisch und anderen -Tierprodukten ist die Belastung mit Antibiotika erheblich geringer. Gerade die prophylaktische Anwendung von Antibiotika in der Massentierhaltung sorgt immer wieder für (berechtigte) Kritik. Auf Dauer bilden sich so antibiotikaresistente Bakterien, die dann über die tierischen Produkte und das Fleisch in unsere Nahrung gelangen. Ein Problem, das uns alle betrifft.

Bio ist im Wesentlichen Gewissenssache

Das Anbauen von Bioprodukten unterscheidet sich signifikant von der konventionellen Anbauweise. Statt einer einseitigen Bestellung der Äcker, die den Boden auslaugen, um dann mit Kunstdünger die Nährstoffe wieder aufzufüllen, achten Biobauern auf eine ausgewogene Nutzung des Bodens.

Das gilt auch für das Halten von Tieren für Biofleisch. Gedüngt wird nur mit Mist und Gülle der eigenen Tiere. Die Fleischproduktion ist wesentlicher humaner, wenn man es so nennen will. Jungtiere dürfen bei der Mutter verbleiben, statt Mastställen winken Offenställe mit viel Licht und regelmäßigem Zugang zu frischen Weiden. Statt mit Kraftfutter mit aller Macht gemästet zu werden, wird altersgerechtes, auf dem Hof angebautes Futter gefüttert. Ein Biohof darf nur so viele Tiere halten, wie er mit seinen eigenen Ländereien versorgen kann.

Erntefrischer Salat – Foto: www.Kreuzwest.de

Erntefrischer Salat – Foto: www.Kreuzwest.de

Auch der Umwelt tut die biologische Anbauweise gut. Kunstdünger sorgt z. B. für übermäßig viel Nitrat, das in den Boden und damit das Grundwasser gelangt. In einigen Ortschaften in Deutschland sind die Nitratwerte im Trinkwasser schon jetzt viel zu hoch. Pestizide töten neben Schädlingen auch viele Nutztierchen der Käferwelt ab. Wer zudem nicht mit der sich stark ausbreitenden Monokultur auf den Feldern klarkommt, stirbt aus. Allein in den letzten 30 Jahren sind erwiesenermaßen 75 Prozent der Biomasse an Fluginsekten verschwunden.

Zudem kann man beobachten, dass Biolandwirte in der Regel kleinere Höfe betreiben. Sie sind sich ihrer ökologischen Verantwortung bewusst und kümmern sich darüber hinaus um Flora,
Fauna und die Menschen in ihrer Region.

Bio heißt auch, tiefer in die Tasche greifen zu müssen

Im Schnitt sind Bioprodukte um 50 Prozent teurer als konventionelle Produkte. Zum einen ist das ein einträglicher Markt, bei dem der Einzelhandel gerne zugreift. Zum anderen sind Bioprodukte einfach aufwendiger und teurer in der Herstellung.

Die konventionelle Anbauweise ist in den letzten Jahrzehnten aufs Äußerste optimiert und die Bauern von Großbetrieben sind im Preis kräftig gedrückt worden. Dagegen haben Ökobauern deutlich mehr Arbeit – die Tiere kommen auf die Weide, erhalten altersgerechtes Futter. Dazu müssen Biobauern für die regelmäßigen Kontrollen selbst aufkommen.

Für den einzelnen Konsumenten bedeutet Bio also in erster Linie mehr Geschmack und mehr Verantwortung.
Für uns alle heißt Bio: Nachhaltiger leben!
Wir sehen uns an der Biotheke!

Info-Tipp:

www.keltenhof.com
www.philadelphia-bioland.de
www.oelmuehle-ditzingen.de

Beitragsbild: Lokale Produzenten nutzen die Saison und schonen dabei die Umwelt und den Geldbeutel der Kunden. Durch die reife Ernte sind die Früchte und Gemüse super gesund.