Trendforschung von Professor Peter Wippermann

Was erwarten Bürger heute von ihrer Stadt? Und was morgen? Diesen Fragen geht Prof. Peter Wippermann nach. Als Gründer des Trendbüros befasst er sich mit der Beobachtung von Trends und der Interpretation des gesellschaftlichen Wandels.

Nirgendwo zeigt sich die Polarisierung unserer Gesellschaft so eindeutig wie in der Stadt. International ist die Stadt zum Inbegriff des ökonomischen Aufbruchs geworden. Wer am Reichtum seines Landes teilhaben will, muss in die Stadt ziehen. Die aufstrebende Mitte lässt ihren ländlichen Wohnraum hinter sich. Diese Urbanisierung macht auch vor den westlichen Gesellschaften nicht halt. In Deutschland bewegen sich die Ströme in drei Richtungen: von Ost nach West, von Nord nach Süd, vom Land in die Stadt. Vor allem die Hochqualifizierten suchen nach den Metropolen, die ihrem Lebensgefühl entsprechen.

Das Stadtviertel als Stadt in der Stadt. Doch lassen sich die Städte kaum mehr als Einheit fassen: „Anfang der Siebzigerjahre konnte man sich die Stadt noch als ein gestaltbar Ganzes vorstellen. Heute sind nur noch Teilannäherungen möglich“, so beschreibt der Schriftsteller Guillermo Fadanelli die Veränderungen seiner Heimat Mexiko-City. Wer einen Blick auf die Emotionalität wirft, mit der Stadtplanung heute diskutiert wird, kann diese Tendenz auch für deutsche Städte nachzeichnen.

Das Konzept der lebenswerten Stadt:Das Selbstwertgefühl einer Stadt bildet sich durch Beziehungen, nicht durch Architektur. Die Infrastruktur einer Stadt dient dem Zweck, sich angeschlossen, nicht ausgeschlossen zu fühlen. Was also macht die Lebenswirklichkeit einer Metropole heute aus?

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Beitragsbild: Professor Peter Wippermann - © peterwippermann.com