Ein altväterliches Sprichwort rät: „Man muss Schuhe suchen, die den Füßen gerecht sind.“ Dieser Grundsatz steht ganz im Mittelpunkt des Schaffens von Michael Schmidt. Der gelernte Schuhmacher fertigt in seinem Stuttgarter Atelier rahmengenähtes Schuhwerk, dessen größter Vorteil ein sehr sinnvoller ist: Der Schuh passt sich dem Fuß des Trägers an.

Warum ein Mann handgearbeitete Schuhe haben sollte? Michael Schmidt ist überzeugt, dass ein Mann, der Wert auf hochwertige Oberbekleidung legt, selbstverständlich auch den Schuh in der passenden Klasse dazu tragen sollte. Und er führt weiter aus, dass neben der besseren Optik auch Argumente wie besseres Klima am Fuß und höheren Tragekomfort ausschlaggebend sind.

Im Herrenbereich gibt es Klassiker, die ein Mann von Welt haben sollte.

Zum Trage-Repertoire eines solchen Mannes gehört ein für den Alltag geeigneter Budapester, für den festlichen Anlass die Modelle Oxford oder Plain Derby.  Dabei vergesse er jedoch eines nicht: no brown after six – also niemals nach 18 Uhr braune Schuhe zu einem eleganten Anlass tragen. Auch am einhalten solcher Spielregeln zeigt sich, ob ein Mann Stilgefühl hat oder nicht.

Die Königsklasse unter den handgefertigten Schuhen sind, laut Schmidt, die maßgefertigten Schuhe. Dafür allerdings braucht es etwas Zeit. Zunächst wird ein Fußabdruck mittels Trittschaum und Trittspur genommen und die Fußmaße gemessen. Dann wird ein Maßleisten aus Buchenholz erstellt, über den dann ein Probeschuh gefertigt wird. Dieser sieht beinahe aus wie ein Hausschuh und dient der Feststellung, ob der Schuh auch passt. Wenn dies der Fall ist, wird der „Schuh über den Maßleisten gezogen“. Das Ergebnis ist ein absolutes Einzelstück, das dem Träger zwischen zehn und 30 Jahren Freude machen wird. Bei solch langer Laufzeit lohnt denn auch der etwas höhere Anschaffungspreis von 1 500 Euro aufwärts.

Maßgearbeiteter Schuh - © Rahmenschuhe

Maßgearbeiteter Schuh – © Rahmenschuhe

Der kleine Bruder des maßgefertigten Schuhs ist der Maßkonfektionsschuh. Wer einen solchen erwerben möchte, wählt zunächst zwischen verschiedenen Anbietern wie Dinkelacker, Greve oder van Bommel. Dann entscheidet er sich für die passende Leistenform und die gewünschte Farb- und Sohlenvariante. Ab 500 Euro ist solch ein Schuh erhältlich.

Michael Schmidt hat Kunden, die Anfahrtsstrecken von bis zu 300 Kilometern in Kauf nehmen, um sich von ihm ausstatten zu lassen. Doch auch einige Kunden aus Übersee und Asien nehmen seine Dienste in Anspruch. Und wer seiner Frau eine Freude bereiten möchte: Auch für die Dame von Welt gibt es bei Michael Schmidt den passenden Schuh.

Ein Artikel von Stephanie Zeiler

 

 

 

 

Beitragsbild: Schuh mit Schuhlöffel auf Presenter - © Rahmenschuhe