Fabian ist 16 Jahre alt. Er geht auf das Albertus-Magnus-Gymnasium in Stuttgart. Seine Hobbys sind Programmieren und Computerspielen. Am liebsten hört er Rockmusik, genauer gesagt Heavy Metal. Er hat eine ältere Schwester und möchte später gerne Grafikdesign studieren. Bisher klingt das alles nach einem ganz normalen Jugendlichen. Diese Einschätzung ändert sich aber mit der nächsten Information. Fabian hat seit dem Säuglingsalter SMA – genauer gesagt Spinale Muskelatrophie. Deshalb braucht er ein Bett für die Schule. Hier kann er sich erholen und Kraft für den Unterricht tanken. Da bisher alle Anträge auf ein Pflegebett von der Krankenkasse abgelehnt wurden, ist nun das Vital-Zentrum Sanitätshaus Glotz eingesprungen und stellt dem Schüler bis zu seinem Abitur im Juni 2014 ein Bett zur Verfügung.

SMA ist eine unheilbare neuromuskuläre Erkrankung aufgrund eines Gendefekts. Wegen eines fehlenden Gens sterben die mus-kelsteuernden motorischen Nervenzellen im Rückenmark ab. Infolgedessen werden die Muskeln nicht mehr gesteuert bzw. zur Kontraktion aktiviert. Die Patienten sind in ihrer Bewegung eingeschränkt, weshalb die Muskeln wiederum nur unzureichend genutzt werden. Die Folge ist, dass die Muskelfasern schmächtig werden und es zu einer Substanzabnahme kommt, zu Muskelschwund.

Alle sind froh, dass es mit dem Bett so schnell geklappt hat (vorn: Fabian; hinten [v. l. n. r.]: Karin Herbert, Monica Natale, Rico Lieberwirth, Marcus, Gabriela Künne) – Foto: Glotz DSP

Alle sind froh, dass es mit dem Bett so schnell geklappt hat (vorn: Fabian; hinten [v. l. n. r.]: Karin Herbert, Monica Natale, Rico Lieberwirth, Marcus, Gabriela Künne) – Foto: Glotz DSP

Nach einigen abgelehnten Anträgen auf ein Pflegebett für die Schule wandte sich die Mitarbeiterin des Albertus-Magnus-Gymnasiums Monica Natale an das Vital-Zentrum Sanitätshaus Glotz. Dort reagierte man prompt: Nur gut vier Wochen nach ihrer Anfrage wurde das Pflegebett durch zwei Mitarbeiter des Vital-Zentrums Sanitätshaus Glotz, Rico Lieberwirth und Karin Herbert, an die Schule ausgeliefert. Bereits bei der Aufnahme von Fabian in das Albertus-Magnus-Gymnasium waren die Erkrankung und die Herausforderungen, die sich dadurch ergeben würden, bekannt. Mittlerweile braucht Fabian Ruhezeiten und einen Rückzugsort, um sich zu erholen. Mit dem Wegfall des doppelten Jahrgangs wurden drei Klassenzimmer frei. „Dadurch kann er den Unterricht in der Schule erhalten.“ So die Schulleiterin Gabriela Künne. Neben dem normalen Unterricht bekommt Fabian 12 Stunden Einzelunterricht. Durch diesen neuen Raum ist es möglich den Unterricht in der Schule zu halten. Nur bei längeren Krankheitsphasen muss der Unterricht zu Hause stattfinden. Seit Fabian zur Schule geht, ist immer ein FSJ-ler an seiner Seite. Seit Anfang Oktober des letzten Jahres hilft Marcus Fabian die kleinen und großen Hindernisse in der Schule zu überwinden. Immer ein Jahr bleiben die FSJler bei Fabian und unterstützen ihn im Schulalltag. Diese doch sehr enge Zusammenarbeit ist nicht immer einfach. So meint Fabian: „Dass ich mich immer nur einmal im Jahr an eine neue Person gewöhnen muss, ist schon schön. Wenn ich Marcus aber mal auf den Keks gehe, ist es für ihn eventuell etwas blöd.“

In der Schule fühlt sich Fabian sehr wohl. „Dadurch, dass die Schule recht klein ist, kennt jeder die Schulleitung persönlich.“ Auf die Frage, ob Fabian denn gerne in die Schule ginge, meint er aber mit einem Grinsen: „Da bin ich nicht anders als jeder andere Schüler auch. Aber zur Schule muss man halt.“

* Namen von der Redaktion geändert

Beitragsbild: Vital-Zentrum Sanitätshaus Glotz-Mitarbeiter Rico Lieberwirth zeigt Fabian* und Marcus* wie man das Bett bedient – Foto: Glotz DSP