Mit dem Holzsägefahrzeug unterwegs © Stadtarchiv Gerlingen

Mit dem Holzsägefahrzeug unterwegs © Stadtarchiv Gerlingen

Gerlingen besitzt einen großen Gemeindewald. Die dort wachsenden Eichen, Buchen, Fichten und Forchen lieferten Holz für den Hausbau und Brennholz für die Öfen. Noch heute gehören ca. 800 ha Waldbestand zu Gerlingen.

Bis 1920 gab es für die Bürger der Gemeinde Gerlingen eine jährliche Gabe aus dem Kommunalwald. Diese Gabe bekamen aber nur Bürger, die das Bürgerrecht besaßen oder nach Antrag vom Gemeinderat ins Bürgerrecht aufgenommen wurden. Jeder erhielt eine festgelegte Anzahl Klafter (Raummaß für Holz) Brennholz und Reisig. Bauholz konnte zu einem verbilligten Preis erworben werden. Holzhauer und Waldarbeiterinnen waren zur Waldarbeit angestellt, der Waldschütz überwachte auch die Abgabe von Brennholz. 1921 wurden die Verteilung der Waldgaben an die Bürger und die Gemeindenutzung aufgehoben. Heute gibt es jährlich Flächenlose zu kaufen. Das in diesem Gebiet gekennzeichnete Holz darf gefällt und abtransportiert werden.

1963: Wilhelm Karrer bei der Arbeit © Stadtarchiv Gerlingen

1963: Wilhelm Karrer bei der Arbeit © Stadtarchiv Gerlingen

Früher wurden die Häuser mit Kohlen oder Holz und Reisig geheizt. Das Holz musste beschwerlich mit Ochsenkarren aus dem Wald geholt und zu Hause mit Handsägen gesägt und gespalten werden. Erst nach 1950 hielt die Technik Einzug. Die ersten Motorsägen ersetzten nach und nach die alten Handsägen. Im Stadtarchiv sind Fotos erfasst, die eine Sägemaschine im Einsatz zeigen. Die Gerlinger Bürger Wilhelm Karrer und Manfred Bergmann besaßen jeder ein Sägefahrzeug, mit dem sie vor Ort die Holzstämme sägen und spalten konnten.

Auch Adolf Beck kam zum Holzsägen direkt vors Haus, die Säge war auf seinem  Hanomag montiert und konnte so problemlos transportiert werden. Manche älteren Gerlinger erinnern sich sicher noch an die Maschinen. Heute sind diese Holzsägen aus dem Stadtbild verschwunden.

Aus dem Stadtarchiv, Beate Wagner

Beitragsbild: 1963: Wilhelm Karrer bei der Arbeit © Stadtarchiv Gerlingen