„Garantierte Qualität aus schwäbischen Landen – Frische aus unserer Nachbarschaft“.

Auf einen solchen Slogan springt heutzutage leider nur noch die Minderheit der Kunden an. „Hauptsache billig!“ ist jetzt eher das Motto. Das erklärt auch, warum die kleinen Metzgerbetriebe immer weniger werden.

Allein in Gerlingen gab es früher acht Metzgereien, heute gibt es nur noch zwei: Metzgerei Mack und StirnerSinn. Das liegt vor allem daran, dass die Kundschaft um einiges bequemer geworden ist. Ihnen ist es lieber, das bereits panierte Schnitzel beim Großeinkauf im Supermarkt gleich mitzukaufen, anstatt zur Stammmetzgerei zu laufen und sich ein gutes Stück Fleisch auszusuchen.

Auf liebevoll zubereitete und qualitativ hochwertige Mahlzeiten mit der Familie wird heute nur noch bei den wenigsten Wert gelegt. Es ist doch schließlich viel bequemer, sich ein Gericht aus dem großen Fast-Food-Angebot direkt nach Hause liefern zu lassen.

 

© Foto: Stadtarchiv Gerlingen

Metzgerei Stirner mit Gasthaus Krone vor dem Zweiten Weltkrieg. © Foto: Stadtarchiv Gerlingen

Gutes Essen und gemütliches Beisammensein.

Daran hätte um 1945 wohl kaum einer gedacht, als die Metzgereien noch mit den Gaststätten zusammenhingen und man wegen des guten Essens und des gemütlichen Beisammenseins dort hingegangen ist. Sowohl die Gerlinger Gastwirtschaft Krone als auch Hirsch, Adler und Lamm waren früher mit Metzgerbetrieben verbunden. Die Metzgerei Mack gehörte zum Lamm,  der Metzgereibetrieb StirnerSinn zum Gasthaus Krone. Beide Metzgereien sind nun schon seit langer Zeit auf eigenen Füßen und führen ihr eigenes Ladengeschäft ohne zugehörige Wirtschaft. Die Kunden, die auch heute noch lieber zum Metzger gehen, als ihr Fleisch beim Discounter zu kaufen, wissen den hohen Standard zu schätzen. Die Metzger haben sich ihren guten Ruf jahrelang durch gute Ware aufgebaut und heute weiß man, dass sie gewissenhaft sind, denn sie achten im Gegensatz zu den „Massenkonzernen“ auf Nachhaltigkeit und auf die Qualität des Schlachtviehs. Nichtsdestotrotz sind genau diese riesigen Konzerne diejenigen, die es den Metzgern schwermachen, da sie es sich erlauben können, das Fleisch zu Spottpreisen zu verscherbeln. Darunter leidet natürlich die Qualität. Wenn man darüber nachdenkt, kommt man leicht auf den Gedanken, dass früher vielleicht wirklich alles besser war, und es wird einem bewusst, was für ein Glück wir haben, dass solche Metzgereien überhaupt noch existieren.

Aus dem Stadtarchiv Mathilda Berndt,
FSJ – Kultur

Beitragsbild: © Foto: Stadtarchiv Gerlingen