Jeder Gerlinger ist bestimmt schon Hundert Mal durch die Kirchstraße oder die Kirchgasse, wie sie früher genannt wurde, gefahren oder gelaufen. Sie ist allgegenwärtig und bekannt. Doch wie sah sie früher aus? Nachfolgend zwei Beispiele:

Von der Frisur bis hin zur Reise bekommt man alles in der Kirchstraße 1. Beides kann zu einem Abenteuer werden. – Foto: Stadtarchiv Gerlingen

Die Kirchstraße 1 heute – Foto: Stadtarchiv Gerlingen

Von der Frisur bis hin zur Reise bekommt man alles in der Kirchstraße 1. Beides kann zu einem Abenteuer werden.

Die Kirchstraße 4 früher – Foto: Stadtarchiv Gerlingen

Die Kirchstraße 4 früher – Foto: Stadtarchiv Gerlingen

Die Kirchstraße 4 heute – Foto: Stadtarchiv Gerlingen

Die Kirchstraße 4 heute – Foto: Stadtarchiv Gerlingen

Heute sieht es in der Kirchstraße 4 noch genauso aus. Es gibt aber kein Obst und Gemüse mehr zu kaufen, sondern modische Kleidung sowie Zeitschriften und Tabak nebenan.

Eine weitere große Veränderung zwischen heute und früher betrifft die Straßenbahn. Noch bis in die 60er-Jahre fuhr sie durch die Kirchstraße. Die erste Endhaltestelle der 1926 eröffneten Bahn befand sich vor dem Gasthaus Schwanen, dem heutigen Bistro Alt Gerlingen.

Der Neubau „Kirchstraße 10“ beherbergte eine Fernsprechvermittlungsstelle der Deutschen Bundespost. Das Haus wurde gebaut, um am „16. Dezember 1970 um 05.00 Uhr morgens“ eine Gerlinger Besonderheit zu beenden: Ab diesem Zeitpunkt konnten alle Gerlinger Telefonbesitzer über die gleiche Vorwahl angerufen werden.

Das Gebäude ist einige Meter zurückversetzt. Man plante aufgrund eines aus dem Jahre 1965 stammenden Verkehrsplans ein Ringstraßensystem um und in Gerlingen. Modern war damals, eine „autogerechte Stadt“ zu schaffen. Ein äußerer Ring sollte den Verkehr um den Ort leiten. Ein innerer Ring sah u. a. den vierspurigen Ausbau der Kirchstraße/Weilimdorfer Straße vor.

Die Nummer 18 war das Geburtshaus von Johannes Rebmann, dem bekanntesten Gerlinger Missionar. Er hat als erster Europäer den schneebedeckten Kilimandscharo in Ostafrika gesehen. Im Haus befindet sich heute zur Erinnerung das Johannes-Rebmann-Museum.

Aus dem Stadtarchiv, Moritz Herrscher, FSJ Kultur

Beitragsbild: Die Kirchstraße 1 früher – Foto: Stadtarchiv Gerlingen