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Wo bekomme ich ein günstiges neues Fahrrad her? Wann war noch mal das Konzert meiner Lieblingsband? Wie komme ich am schnellsten nach Ludwigsburg? Alles kein Problem! Mithilfe von Internet, Apps & Co. stellen solche Fragen kein besonderes Hindernis dar. Gegoogelt ist schnell und innerhalb von wenigen Schritten hat man eine Antwort auf solche alltäglichen Fragen. Doch wer denkt, das wäre völlig normal und schon immer so gewesen, der irrt.

Als 1989 das World Wide Web erfunden wurde, dachte sich der ein oder andere: „Das ist total unnötig, das braucht kein Mensch.“ Daraus lässt sich schließen, dass es auch Möglichkeiten gibt, den Alltag ohne Internet zu bestreiten. Dadurch, dass natürlich nicht jeder direkt nachdem das Internet erfunden wurde einen Internetanschluss hatte und dies am Anfang auch sehr teuer war, ging bei den meisten Menschen das Leben erst mal auch ohne Google, Facebook etc. weiter. „Wie ist denn das möglich?“, werden sich einige der jüngeren Generation jetzt fragen. Denn wenn wir ehrlich zu uns sind, wären wir in vielen Situationen ohne Internet aufgeschmissen.

Vor allem das Smartphone scheint den meisten heilig zu sein. Wenn ich mich mit Freunden treffen will, kommt direkt das Smartphone ins Spiel. Über WhatsApp ist alles schnell geklärt und man kann die Zeit, zu der man sich trifft, flexibel verschieben, da man ununterbrochen in Kontakt zu seinen Freunden steht. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, darüber lässt sich streiten. Fest steht aber, dass  das Freundetreffen noch bis vor 25 Jahren zwangsläufig etwas komplexer geregelt werden musste. Aber wie?

Ja, die Jugend von „damals“ kam tatsächlich problemlos ohne Internet klar. Man hat sich einfach mit den Freunden in der Schule verabredet, Treffpunkt und Uhrzeit ausgemacht und sich dann wie vereinbart getroffen. „Treffen wir uns doch woanders, bin gerade noch unterwegs“, gab es da nicht. Nur in wichtigen Fällen, wie z. B. Fragen zu den Hausaufgaben, wurde angerufen – mit dem Telefon, das zu Hause oft dazu noch fest an der Wand hing. Stundenlanges Quatschen am Telefon war somit auch nicht gerade üblich. Mit der Zeit schlich sich das Internet in unser aller Alltag ein und ist heute zugegebenermaßen kaum noch wegzudenken.

Dass es sehr vieles erleichtert, ist unbestreitbar, doch natürlich gibt es auch Nachteile. Neulich erst hat eine Frau das Smartphone als „Kommunikationskiller“ bezeichnet, wo sie meiner Meinung nach in gewissen Punkten auch Recht hat. Man sollte die reale Kommunikation eben einfach weit über die virtuelle Kommunikation stellen und somit nur sinnvoll vom Internet profitieren. So haben alle was davon, Internet-Gegner sowie Smartphone-Liebhaber.

Aus dem Stadtarchiv, Mathilda Berndt

Beitragsbild: Telefon Mit Waehlscheibe