Im Jahr 2013 wollen wir an Gerlingens Vergangenheit als Weinbaugemeinde erinnern. Vor 300 Jahren gab es in Gerlingen 140 ha Weinbau – heute sind es noch 8 ha.

Die Küfer

Küfer stellen Gefäße und Behälter aus Holz her. Die Gefäße werden aus speziell geformten Holzstücken gefertigt, die mit hölzernen oder eisernen Reifen zusammengehalten werden. In den Behältern der Küfer konnte zum Beispiel Wein, Schnaps oder Kraut gelagert werden.

Der Küfer ist einer der wichtigsten Handwerksberufe bei der Weinproduktion. Ohne Fässer kann man den Wein nicht in großer Menge lagern.

Zu den bekanntesten Küfern aus Gerlingen zählen Eugen Nill, Gottlob Maisch, Lorenz Maisch und Erich Maisch. Um 1910 betrieb der Küfer Eugen Nill die Gaststätte Rose in der Rosenstraße. Im Jahre 1900 baute Gottlob Maisch neben seinem Hof eine Küferwerkstatt, in der er Fässer mit bis zu 1.200 Litern fertigte. Das einzige motorbetriebene Gerät, mit dem er arbeitete, war eine Bandsäge. Schleifstein und verschiedene Hobel wurden mit der Hand oder dem Fuß angetrieben. Der Küferobermeister Lorenz Maisch wohnte mit seiner Familie in der Hauptstraße 19. Einen weiteren Küfer gab es in der Hauptstraße 53, Gottlob Maisch. Dessen Enkel Erich Maisch lernte den Handwerksberuf des Küfers in der Nachkriegszeit. Zu dieser Zeit waren kleinere Fässer gefragt. Aus der Küferwerkstatt entstand im Laufe der Zeit der bekannte Gerlinger Getränke Maisch.

Gasthaus zur Rose_Kuefermeister Nill mit Sohn Theodor – Foto © Stadtarchiv Gerlingen

Gasthaus zur Rose_Kuefermeister Nill mit Sohn Theodor – Foto © Stadtarchiv Gerlingen

In den Fässern der Gerlinger Küfer wurde der Wein und Schnaps aus Gerlingen gelagert.

Aus dem Stadtarchiv  Moritz Herrscher BORS-Praktikant

Beitragsbild: Hermann Maisch mit Sohn Erich_1934 vor der Kueferei_Hauptstraße 53 – Foto © Stadtarchiv Gerlingen