Parfumeur Manfred Wenz bei der Arbeit - Foto © Janina Möhrle

Parfumeur Manfred Wenz bei der Arbeit – Foto © Janina Möhrle

Schon im alten Ägypten hatten Frauen eine ganz besondere Waffe: aromatisches, fruchtiges, zartes oder schweres Parfüm. Das vom lateinischen „per fumum“ (durch den Rauch) abstammende Wort steht für Sinnlichkeit, Eleganz, Frische oder Üppigkeit – ganz abhängig davon, für welchen Duft man sich entscheidet. Kreiert werden diese wohlriechenden Inspirationen von weltweit etwa 600 Parfümeuren, die über wahrhaft künstlerische Fähigkeiten verfügen: Sie wählen aus Tausenden von Duftstoffen die passenden aus, um sie dann in den perfekten Verhältnissen zu kombinieren.

Der in Korntal ansässige Parfümeur Manfred Wenz ist einer dieser Duft-Künstler. „Duft war immer mein Hobby“, erklärt der Inhaber einer erfolgreichen Parfümerie. Und so nahm er Anfang der Achtzigerjahre Kontakt mit den renommierten Parfümfirmen im französischen Grasse auf und begann von dort Duftstoffe zu importieren und zu Parfüm weiterzuverarbeiten. Damit wurde die Parfümerie Wenz 1982 zur einzigen in Deutschland, die eine eigene Parfümherstellung anbot. „Einige einfache Kompositionen habe ich schon geschaffen“, freut sich der erfolgreiche Autodidakt. Um die zwanzig verschiedene Düfte führt er, unter so klangvollen Namen wie „Viva“, „Rio“ oder „Blumarin“ oder schlicht Nummer Drei, Sieben oder 13.

Die Werkzeuge eines Parfumeurs - Foto © Janina Möhrle

Die Werkzeuge eines Parfumeurs – Foto © Janina Möhrle

Doch woraus genau besteht Parfüm? Zunächst einmal aus reinem Alkohol (ca. 96 Prozent), auch Ethanol genannt. Der Alkohol dient sowohl als Trägerflüssigkeit als auch als Verdünnungs- und Konservierungsmittel. Etwa 300 Liter davon verbraucht Manfred Wenz pro Jahr für die Parfümherstellung. Gemischt wird der Alkohol mit destilliertem Wasser und darin gelösten Essenzen wie ätherischen Ölen pflanzlicher oder tierischer Herkunft. Neben Blüten, Früchten, Gewürzen und Harzen kommen als Riechstoffe übrigens auch tierische Sekrete wie Moschus oder Gourmand-Noten wie Karamell oder Schokolade zum Einsatz. Immer größere Bedeutung gewinnen synthetisch hergestellte Duftstoffe. Während es in der Natur nur eine limitierte Anzahl von Duftstoffen gibt, bereichern diese künstlich entwickelten Stoffe das Spektrum der Möglichkeiten ganz erheblich.

Seinen Duft entfaltet ein Parfüm in drei Schritten. Zunächst riecht man die Kopfnote. Sie ist relativ flüchtig und bereits nach 15 Minuten nicht mehr wahrzunehmen – entscheidet aber meist über den Kauf eines Parfüms. Danach entfaltet sich die Herznote. Sie gilt als das Mittelstück eines Duftes und besteht meist aus Blütennuancen, die weiter ergänzt werden. Sie verfliegt nach etwa vier Stunden. Die Basisnote entfaltet sich im dritten Schritt. Sie hat meist schwere Bestandteile und kann sogar noch Tage nach dem Aufsprühen wahrnehmbar sein.

Verkaufsräume der Parfümerie Wenz in Ditzingen - Foto © Janina Möhrle

Verkaufsräume der Parfümerie Wenz in Ditzingen – Foto © Janina Möhrle

Manfred Wenz selbst trägt wenig eigenes Parfüm. „Ich möchte mir die Nase frei halten“, erklärt er und führt weiter aus, dass die menschliche Nase nicht sehr leistungsstark sei: „Wer einen Duft wirklich erfassen will, darf pro Tag nur einen einzigen versuchen.“

Der Parfümeur hat eine ausgesuchte Kundenschar, die sich gerne auf die Expertise des Kreativen verlässt. Zu wem welcher Duft passt, erkennt der Meister schon am äußeren Erscheinungsbild. „Zu einer schlanken Blonden passt eher ein frischer, sportlicher Duft mit Citrus-Elementen, während mit einer fülligen Erscheinung eher etwas Blumiges, Ausdrucksvolles harmoniert“, weiß er. Darüber hinaus ist ihm bei seiner Arbeit natürlich auch sein olfaktorisches Gedächtnis äußerst dienlich.

Zuletzt noch ein Hinweis in Sachen exklusive Weihnachtsgeschenke: Wer reine Individualität erleben will, kann sich von Manfred Wenz – für 5000 Euro aufwärts – ein eigenes Parfüm kreieren lassen.

Ein Artikel von Stefanie Zeiler

Beitragsbild: Die Werkzeuge eines Parfumeurs - Foto © Janina Möhrle