Wohnraumduft: So wird das Zuhause zur persönlichen Wohlfühlzone

„Wenn du ein Haus baust, vollende es.“ – Dieser Spruch wird Hesiod von Bötien zugesagt, einem griechischen Epiker, der um 700 v. Christus lebte. Eine Weisheit, die auch heute noch ihre Rechtfertigung hat. Heutzutage sind die eigenen vier Wände nicht mehr nur Wohnraum, nein, sie entwickeln sich immer mehr zum wichtigsten Rückzugsort. Cocooning nennt sich die Kunst, das eigene Zuhause zur persönlichen Wohlfühlzone, zu einem Kokon, umzugestalten. Bei der Wohnraumgestaltung wird allerdings ein Sinn immer sträflich vernachlässigt – der Geruchssinn. Dabei ist es für ein angenehmes Wohnklima essenziell, dass man sein Zuhause „gut riechen kann“ und das kann man mit einem Wohnraumduft erreichen.

Der Einzelhandel setzt gezielt auf Wohnraumduft

Gerüche rufen, wenn dezent genug eingesetzt, auf einer unterbewussten Ebene Erinnerungen und Emotionen hervor, können anregen oder beruhigen. Der Einzelhandel setzt daher schon lange gezielt auf Raumdüfte, um Kunden zum Verbleiben zu bewegen oder zum Beispiel gewisse (Urlaubs-)Gefühle anzuregen. Alles, damit mehr Zeit in den jeweiligen Geschäften verbracht wird. Makler sind bekannt für den Trick, kurz vor der Besichtigung in der Immobilie Kekse zu backen. Auch das eigene Zuhause lässt sich mithilfe der richtigen Duftarchitektur für das innere Auge verschönern.

Welcher Duft ist der richtige?

Duftgestaltung ist mehr als das angestaubte Potpourri im Flur. Die Wahl des richtigen Dufts ist abhängig vom Raum und davon, welche Stimmung hervorgerufen werden soll. Einer der einfachsten Räume dürfte das Schlafzimmer sein. Hier eignen sich Düfte, die beruhigen, aber auch leicht einschläfernd wirken, das beste Beispiel hierfür ist Lavendel. Generell sind alle milden Blumendüfte geeignet für eine entspannte Atmosphäre, also auch Rose, Jasmin und Kamille. Intensive Holznoten wie Zedern- oder Sandelholz, Eukalyptus und Fichtennadeln wirken ebenfalls beruhigend, der kräftig wirkende Geruch verströmt zudem eine Art Geborgenheit. Viele verbinden den Duft frisch gewaschener Wäsche mit Entspannung, also hilft es, den Wäscheständer im Schlafzimmer aufzubauen und dort tagsüber die Wäsche trocknen zu lassen.

Die Welt der Düfte

Für das Büro, Hobby- oder Wohnzimmer eignen sich eher anregende Düfte. Zitrusnoten wie Orange, Bergamotte und Zitronengras wirken erfrischend, genauso wie der würzige Duft von Zimt oder Kaffee.

Kräuter wirken motivierend und leistungssteigernd. Ein kleiner Topf mit Pfefferminze oder Rosmarin am Schreibtisch wirkt wahre Wunder bei Konzentrationsproblemen oder allgemeiner Lustlosigkeit. Seltener eingesetzt, aber doch effektiv sind leicht rauchige Gerüche, wie etwa die von verbranntem Weihrauch, Palo-Santo-Holz oder Kiefernnadeln. Bei Badezimmer, Flur und Waschküche kann man ganz nach Belieben mit der Welt der Düfte spielen. In der Küche hingegen sollte man auf eine Beduftung verzichten, es gibt wenig, was gegen Kochgerüche ankommt.

Absolute Voraussetzung für ein angenehmes Duftambiente ist regelmäßiges Lüften. Insbesondere Haustiere, Kochgerüche und leider auch Teenagerzimmer schaffen schnell einen unangenehmen Grundmuff in der Wohnung. Jedes Lüften sorgt also für eine Neutralisation des Duftambientes.

Welcher Duftträger ist der geeignetste für die eigenen vier Wände?

Eine ganze Industrie hat sich auf Raumparfums, Duftkerzen, Zerstäuber, Räucherstäbchen und, und, und spezialisiert. Der einfachste Weg zu einer automatischen, dauerhaften Duftverbreitung sind die im Handel erhältlichen kleinen Vasen mit Holzstäbchen oder automatische Zerstäuber, die in regelmäßigen Abständen Duftöle in die Luft abgeben. Auf Qualität und natürliche Bestandteile sollte allerdings immer geachtet werden, billige Produkte riechen oft eher nach Chemie und können im schlimmsten Fall Allergien auslösen. Wer gezielt Düfte stimmungsabhängig einsetzen möchte, für den sind mit natürlichen Ölen bestückte Duftlampen das Richtige. Besonders Räucherwerk und Räucherstäbchen sorgen für einen intensiven würzigen Duft. Das Anzünden lässt sich wunderbar in verschiedene Entspannungsrituale mit einbauen, während der Rauch dem Raum eine sehr ursprüngliche, fast schon urzeitliche Atmosphäre gibt.

Omas Lavendelkissen

Wenn auch etwas aufwendig, allerdings wunderbar für das Raumklima ist das Aufstellen von Kräutertöpfen oder frischen Kräutersträußchen. Eine etwas einfachere Alternative, aber vom Duftverhalten nicht so intensiv, sind getrocknete Kräuter. Omas berühmtes Lavendelkissen ist hierfür das bekannteste Exempel. Beim Inneneinrichter finden sich zudem Figurinen aus Heu und Skulpturen aus unbehandeltem Holz, die sehr dezent ihre natürlichen Wohlgerüche an die Raumluft abgeben.

Wer schon bei der Einrichtung des Raums auf eine angenehme Duftatmosphäre Wert legt, für den wäre die innovative Heutapete eine Überlegung wert. Hierbei werden Almheu, Kräuter und Wildblumen auf ein Flachsvlies aufgetragen, das sich anschließend wie eine Tapete an der Wand aufbringen lässt. Der Hersteller organoFleur bietet verschiedene Kräuter- und Blumenkompositionen an, so etwa mit dem Dekor Kornblume oder Safranblütenblatt.

Wer es ganz individuell möchte, kann auch seine eigenen Blüten, Blätter und Kräuter zur Verfügung stellen und sich seinen eigenen Garten in die vier Wände holen.

 

 

Beitragsbild: Der Lavendel gilt einerseits als beruhigend und schlaffördernd, andererseits aber auch als anregend – Foto: Sigrid Rossmann / www.pixelio.de