In Ballungsgebieten wie hier im Raum Stuttgart ist Wohnungsraum knapp und so sind es nicht nur Studenten, die sich in Kleinstwohnungen tummeln. Wer dennoch das Bestmögliche aus seiner Wohnung herausholen möchte, für den gibt es dazu an dieser Stelle ein paar Tipps.

Mit hellen Farben wirken kleine Räume optisch um einiges größer. Farben wie frisches Weiß, Hellgrau oder auch Pastelltöne geben dem Raum eine luftige Atmosphäre. Auf die typische Colour-Blocking-Wand sollte man verzichten, kräftige Farben sollten nur akzentweise in der Dekoration aufgegriffen werden. Schmale, lang gezogene Räume kann man optisch verbreitern, indem man das größte Möbelstück (z. B. das Sofa, die Kommode oder das Bett) an die breite Wand rückt und dafür die beiden kürzeren Seiten in einem etwas dunkleren Ton streicht als die längeren. Wer kann, verlegt in der Wohnung überall einen einheitlichen Bodenbelag. Lange Holzdielen oder hochwertiges Laminat in Dielenoptik strecken den Boden optisch und verhindern visuelle Brüche zwischen den Räumen.

Es gibt zwei große Fehler bei der Auswahl der Möbel, den viele Erst-/Kleinstwohnungs-Bewohner begehen: erstens zu kleine Möbel. Eine kleine Sitzecke, kombiniert mit dem winzigen Couchtisch auf dem Miniteppich – das alles endet darin, dass die Wohnung eher Puppenhauscharakter bekommt. Der zweite Fehler: zu viele Möbel. Statt kleine Räume mit Möbeln zu überfrachten, sollte man sich zugunsten des Raumgefühls bewusst auf das Wesentliche reduzieren. Es sollten immer gerade (Lauf-)Strecken in und zwischen den Zimmern zu sehen sein. Wer möchte denn schon Slalom in der eigenen Wohnung laufen? Es ist immer gut, bei der Inneneinrichtung schlank und rank zu bleiben. Alle, die sich bei Tisch, Hocker und Stuhl für durchsichtige oder filigrane Beine entscheiden, geben den Blick auf den Boden frei und lassen das Zimmer so größer wirken.

Minimalistisch lässt oft Raum für Kreativität – Foto: pixabay.com

Minimalistisch lässt oft Raum für Kreativität – Foto: pixabay.com

Ganz große Helfer sind zudem multifunktionale Möbel. Die Designer haben sich auf die geänderte Wohnsituation der meisten Menschen eingestellt und statten ihre Stücke oft mit versteckten oder präsentierenden Funktionen aus. So gibt es viele Sofas mit Stauraum in den Lehnen, Arbeitsplätze, die hinter einer handlichen Klappe in Regalen verschwinden, höhenverstellbare Couchtische mit enormen Staumöglichkeiten. Beim Einrichten der Wohnung gilt es, gezielt nach solchen Möbeln Ausschau halten. Diese etwas teureren Kombis lohnen sich hinsichtlich des nutzbaren Stauraums auf jeden Fall.

Das Hochbett ist nicht mehr nur etwas für das Kinderzimmer, sondern ermöglicht eine doppelte Raumnutzung – schließlich kann darunter ein praktischer Arbeitsplatz oder auch ein begehbarer Kleiderschrank eingerichtet werden. Anstelle zusätzlicher Gästesessel sind Hocker und Puffs die neuen Freunde des Gastgebers. Sie sind Sitzmöglichkeit, Tisch und Leiterersatz in einem.

Bei Gardinen und Vorhängen sollte immer auf ähnliche Töne wie bei den Wänden zurückgegriffen werden, also helle Töne wie Weiß, Grau oder Pastell. Leichte, lichtdurchlässige Stoffe wie Leinen oder Baumwolle verbinden Drinnen und Draußen zu einer Einheit und lassen den Raum optisch freundlicher und luftiger wirken. Geschickt platzierte große Spiegel können das gefühlte Raumvolumen verdoppeln. Sie sollten unbedingt so aufgestellt werden, dass sie eine ruhige und helle Fläche widerspiegeln und nicht etwa ein volles Regal oder die Garderobe. Dekoartikel und Accessoires sollten in Maßen und nach Formen und Materialien gruppiert aufgestellt werden, das schafft Ruhe auf den kleinen Flächen.

Ein weiterer wichtiger Tipp: Die optimale Wohnungseinrichtung findet man nicht in einem Katalog. Dabei sind Stauraum und Organisation das A und O. Oft gibt es keine vorgefertigte Lösung für eine Nische, da heißt es improvisieren. Benötigt man Stauraum unter einer Dachschräge, gilt zur Not: Ran an die Säge und das Regal zurechtstutzen.

Freundliche, helle Farben stärken das Raumgefühl – Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Freundliche, helle Farben stärken das Raumgefühl – Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Alle, die einen weiteren Schuss Inspiration benötigen, können sich in Blogs und bei Youtube unter dem Begriff „Ikea Hack“ informieren. Dabei werden die international normierten günstigen Ikea-Möbel umfunktioniert oder neu kombiniert. Aus dem einfachsten Nachttisch wird eine Fahrrad-Wandhalterung gebaut. Aus dem Postkartendisplay ein leichter Schuhschrank. Und bei Katzenschlafplätzen, individuellen Regalfächern und dem Neugestalten von Kommoden ist die Auswahl noch viel größer.

Gerade die Weihnachtszeit mit Christbaum, Dekorieren und Co. stellt hohe Anforderungen in Sachen Platz und Organisation. Aber mit einigen einfachen Kniffen und für kleines Geld kann man die eigene Wohnung auf Weihnachtsvordermann bringen. Statt eines großen sperrigen Weihnachtsbaums wartet der Pragmatiker mit einer Holzleiter auf: Einfach im Raum aufstellen, mit Christbaumschmuck und Lichterketten dekorieren, fertig! Alternative: Man hängt die Lichterketten direkt an die Wand. Abziehbare Klebehaken machen es möglich. Hübsch anzusehen, die Dekokugeln halten genauso gut und auch die Geschenke finden darunter Platz. Wer möchte, kann den Tannenbaum mit einem Masking-Band noch nachzeichnen.

Einrichtungs- und Dekoideen finden sich unter: www.ikeahackers.net

Beitragsbild: Tolle Ideen für kleine Räume – Foto: pixabay.com