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In den Medien wird oft vom sogenannten ökologischen oder grünen Fußabdruck berichtet. Darunter wird die Fläche verstanden, die benötigt wird, um den Konsum und damit den Lebensstandard eines Menschen unter den heutigen Produktionsbedingungen aufrechtzuerhalten.

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© Foto: Albachiaraa – Fotolia.com

Das Schlagwort lautet Nachhaltigkeit. Die Erde verkraftet 1,8 Hektar pro Jahr und Mensch – der deutsche Durchschnitt liegt bei 4,6 Hektar (1 ha = 100 x 100 m). Sollte also weltweit ein Lebensstandard wie in Deutschland erreicht werden, sieht es rein statistisch betrachtet jetzt schon düster aus. Neue Produktionstechnologien senken den Bedarf langfristig, allerdings ist der zukünftige Bedarf durch steigenden Lebensstandard nicht eingerechnet. Bereits ein leichtes Umdenken kann helfen, den persönlichen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Es gibt viele alltägliche Möglichkeiten, den eigenen Einfluss zu steuern. Unternehmen greifen das Thema Nachhaltigkeit gerne zu Marketingzwecken auf und machen den Begriff dadurch salonfähig.

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© Foto: Fabrizio Sciami – Flickr.com

Gerade hinsichtlich der Straßenverhältnisse im Großraum Stuttgart kann jeder nüchtern prüfen, wie viel Zeit mit dem Auto wirklich gespart wird. Wird darauf verzichtet und stattdessen mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV zur Arbeit gefahren, verbessert man seine Umweltbilanz ungemein. E-Bikes ermöglichen es, einen längeren Arbeitsweg einfach zu bewältigen. Gute gebrauchte sind auch für das kleine Portemonnaie erschwinglich, wird noch die Überholung des Akkus miteingeplant, ist es „good to go“. Der Fahrweg kann trotzdem steuerlich abgesetzt werden. Gehen könnte hingegen der „Coffee to Go“. Das Müllproblem ist für die meisten aber eher zweitrangig, wenn es um den schnellen Kaffee geht. Was aber, wenn die Gesundheit direkt betroffen ist? Hitze und Fett lösen Chemikalien aus Pappbecher und Plastikdeckel. Außerdem erhält man auch eine Portion Druckfarbe, die sich beim Stapeln ablöst. Gesünder ist ein Thermobecher. Mit dem Kaffeekonsumverhalten kann wie bei den meisten anderen „Luxusprodukten“ viel Müll gespart werden. Zum Thema Kaffeekapseln: John Sylvan bereut seine beliebte Erfindung. Bei einigen Kapselherstellern kommen auf 1 kg Kaffee 200 g Aluminium zzgl. sonstiger Verpackungen. Wer nicht zur Filtertüte zurückwill, für den sind Kaffeepads die richtige Alternative, deren Reste können komplett im Biomüll entsorgt werden.

Das digitale Zeitalter ermöglicht ein papierloses Arbeiten. Nicht jede Datei bedarf eines Ausdrucks. PDFs haben schließlich den Charme einer Suchfunktion. Auch, wenn es „nicht mein Strom“ ist, darf wie zu Hause darauf geachtet werden, dass das Licht nicht unnötig brennt. Die meisten Betriebe haben ein Belohnungsprogramm, bei denen Vorschläge zur Optimierung der Arbeitsabläufe, zu Effizienzsteigerungen oder Einsparmöglichkeiten mit einer kleinen Prämie belohnt werden. Also Augen offen halten und kleine Ideen zum Sparen von Strom oder Material in Bares für die eigene Tasche umwandeln.

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© Foto: Shereen Rayle – publicdomainpictures.net

Beim Einkaufen wird es dem Verbrauche richtig schwer gemacht. Dabei ist nicht mal die Rede von den zweifach verpackten Mini-Gummibärchen. Den Anfang markiert die Obst- und Gemüseabteilung. Je nach Ladenkonzept bekommt man alles lose, öfter ist es aber bereits portioniert und eingeschweißt. Es empfiehlt sich, in erstgenanntem Laden einzukaufen. Denn erstens sind die Portionen selten so abgemessen, wie sie gebraucht werden; zweitens sollen diese Verpackungen eine längere Lagerfähigkeit ermöglichen. Das heißt im Zweifelsfall: Die Gurke im Plastikfrack lagert auch schon länger. Gezielt lokale Produkte einkaufen und auf weit gelieferte Produkte oder Ware ohne Saison verzichten heißt hier die Devise.

Convenience-Food hinterlässt einen Müllberg. Der neueste Spleen – Müsli to Go mit 50 Prozent Luftaufschlag oder die in der Plastikhartschale eingesargten Würfel aus Schafskäse. Jedes Fleisch, jeder Becher und Käse an der „Frischetheke“ wird eingeschlagen. Bewusste Käufer gehen diesem Rundum-Müll-Massaker leicht aus dem Weg.

Falls aber deswegen auf Grillkäse ausgewichen werden soll, dann kommt einem der TÜV Rheinland mit seiner neuesten Ökobilanz zum Thema Grillgut in die Quere. Er hat herausgefunden, dass knapp 20 Prozent an klimaschädlichen Emissionen eingespart werden können, wenn beim Grillen auf Rindfleischprodukte und Grillkäse verzichtet wird. Wer hätte gedacht, dass mit Würstchen und Schweinekoteletts die Umwelt beim Grillen unterstützt werden kann?

Das Internet kann bei weiterem Interesse viele Ideen und Tipps zum Verringern des eigenen grünen Fußabdrucks geben, ohne dass das tägliche Leben zu sehr eingeschränkt werden muss. Es gibt gleich mehrere Tests für den persönlichen Bedarf – das Beantworten der Fragen zeigt oft schon viel Einsparpotenzial im eigenen Haushalt auf.

Beitragsbild: Der Gruene Fussabdruck 01