Das geheimnisvolle Land im Südosten Asiens, vielen auch noch unter dem Namen Burma geläufig, ist mit seiner Kultur in Europa bisher wenig bekannt. Dabei zählt das Land mit seinen 55 Millionen Einwohnern zu einem der größeren Länder Südostasiens und mit seiner Geschichte und seiner Kunst zu einem der eindrucksvollsten der Welt.

Das Leben in Myanmar ist von Geschichte und Traditionen geprägt – der Buddhismus ist allgegenwärtig. Knapp 87 Prozent der Bevölkerung folgen seinen Lehren. In jedem Haus findet man daher an der Ehrenstelle einen Schrein zur Verehrung des Buddha; jahrhundertealte Tempel und goldene Pagoden liegen verstreut in der Landschaft. Es gibt selten Orte, an denen Religion noch so gelebt und geliebt werden kann wie hier.

Buddha Myanmar aus der Bagan-Zeit 12.- 13. Jh, Holz Linden-Museum Stuttgart. © Foto: A. Dreyer

Buddha Myanmar aus der Bagan-Zeit 12.- 13. Jh, Holz Linden-Museum Stuttgart. © Foto: A. Dreyer

Eben diesem myanmarischen Buddhismus und seinem Wirken auf Kunst und Gesellschaft widmet das Linden-Museum eine besondere Ausstellung. Über 200 ausgewählte Ausstellungsstücke wurden aus hochkarätigen, internationalen Sammlungen zusammengestellt. Dazu gehören eindrucksvolle Buddhafiguren aus zwölf Jahrhunderten sowie Prachthandschriften auf Papier, Palmblatt oder sogar Elfenbein, Fresken, filigrane Holzschnitzereien und andere verschiedene Gegenstände aus dem Umfeld buddhistischer Klöster. Einzigartig in Myanmar ist außerdem der Glaube an die Wirkung von Farben und Mustern. Die Wahl der richtigen Bekleidung soll sich nachhaltig auf das eigene Schicksal auswirken. Dies hat in den Jahrhunderten die Künste der Körpergestaltung geprägt. So reicht die Ausstellung von traditioneller Bekleidung – edlen Seidenkleidern, handgewebten Baumwollstoffen und Schmuck – bis zu traditioneller Körperkunst wie Kosmetik und Tätowierutensilien. Vervollständigt wird das Bild von Myanmar durch eine Reihe von Filmen und Musikausschnitten. Das Herzstück der Ausstellung bildet ein vollständiges Hsaing Orchester – bestehend aus traditionellen Trommeln, Gongs und verschiedenen anderen Instrumenten aus dem myanmarischen Raum. Auch heute noch spielt dieses Orchester zu öffentlichen Anlässen, begleitet Tänze und religiöse Zeremonien.

Mit dem kleinen Mönch Dhammananda können auch die Kleinen dieses faszinierende Land erkunden. So erfahren sie, wie man sich in Myanmar anzieht, wie man schreibt und wie das Leben in einem Kloster abläuft. An verschiedenen Stationen kann ausprobiert und gestaunt werden.

Beitragsbild: Die Shwedagon Pagode ist der heiligster Ort für myanmarische Buddhisten. © Foto: G. Noack