Wenn man auf die Stuttgarter Markthalle zuläuft, fragt man sich zwangsläufig, welcher Stilepoche sie zuzuordnen ist. Das ist nicht ganz einfach. Zuerst sticht einem das große, modern anmutende Glasdach ins Auge. Dann folgen die imposanten Erker und Türmchen sowie die Arkaden, die das gesamte Gebäude umgeben. Darüber hinaus ist die Geschichte der Stuttgarter Markthalle so außergewöhnlich wie ihr Äußeres.

Der Bau begann 1911 an der Stelle des historischen Gemüsemarktes, der seit 1864 bewiesenermaßen existierte. Der Architekt Prof. Martin Elsässer wählte für das eindrucksvolle Gebäude einen gemäßigten Jugendstil, damit es sich harmonisch in die übrige Stuttgarter Altstadt einfügte. Innen und oben wurde es dagegen modern. Die 65 x 20 Meter große Halle wird von Stahlbetonträgern umsäumt, die das große Glasdach stützen. Am 1. Januar 1914 wurde das imponierende Gebäude schließlich eröffnet und etablierte sich mit seinen 400 Verkaufsstellen schnell zum zentralen Handelsplatz der Stuttgarter Umgebung.

Im Jahr 1944 wurde das Gebäude schwer beschädigt. Die ersten Wiederaufbauten begannen schon 1946. Dabei wurde auch das Glasdach wiederhergestellt. 1953 erfolgte dann eine Instandsetzung und Renovierung von Grund auf.

Superfrische Waren erfreuen Einkäufer bereits seit 100 Jahren – Foto: Volker Zintgraf / pixelio.de

Superfrische Waren erfreuen Einkäufer bereits seit 100 Jahren – Foto: Volker Zintgraf / pixelio.de

1971 sorgte der Plan, die Halle abzureißen und durch ein neueres Gebäude zu ersetzen, für öffentlichen Protest. Ein Entschluss des Gemeinderats sicherte das Erhalten der Markthalle als Stuttgarts Schmuckstück. Um die Entscheidung zu zementieren, wurde die Stuttgarter Markthalle 1972 gleich unter Denkmalschutz gestellt.

Seitdem gab es immer wieder kleinere und größere Renovierungen und Ausbauten, der letzte Höhepunkt war der Wiederaufbau des Ceresbrunnens im Jahr 2009.

Heute bietet die Markthalle auf ihren 4800 Quadratmetern Verkaufsfläche, den 38 Ständen und den drei Restaurants eine einzigartige Auswahl an Lebensmitteln und Produkten für den gehobenen und bewussten Geschmack. Besonders beliebt ist die große Auswahl an frischen und exotischen Früchten sowie Gemüse, Fisch, Fleisch und Wild.

Wer mehr über die Historie und die kleinen Eigenheiten der Stuttgarter Markthalle erfahren möchte, der kann sich auf Anfrage einem der geführten Rundgänge anschließen. Und sich gleich darüber aufklären lassen, wieso ein 20 Meter langes Gleisstück in der Markthalle ausliegt.

Beitragsbild: Das Innere der Markthalle Stuttgart mit Rundgang und hellem Glasdach – Foto: Joakant / pixelio.de