Eine der großartigsten Eigenschaften des Internets ist die Möglichkeit, Wissen über Kontinente hinweg in jedes noch so kleine Dorf bringen zu können. Eine Blüte dieser Wissensverbreitung ist die Gründung der bekannten freien Online-Enzyklopädie Wikipedia. Im Gegensatz zu konventionellen Enzyklopädien oder bisherigen Online-Enzyklopädie-Projekten setzte Wikipedia nicht auf Fachleute zum Schreiben und Lektorieren, sondern übergab die Verantwortung direkt an ihre User.

Wikipedia – wie der Name entstand

Der Begriff setzt sich aus dem hawaianischen Wort „Wiki“ für schnell und Encyclopedia zusammen. Basis ist eine Wiki-Software, die es nicht nur jedem ermöglicht, einen Artikel zu lesen, sondern auch ihn kollaborativ zu bearbeiten.

Seit 2001 online

Dies ergab natürlich eine riesige Gemeinde an potenziellen Autoren. Die Seite wurde am 15. Januar 2001 online gestellt, die deutsche Version folgte zwei Monate später. Nur vier Jahre danach hatte die englische Version mit rund 678 000 Einträgen bereits die Encyclopædia Britannica überholt, auch der deutsche Brockhaus lag weit abgeschlagen hinter der deutschsprachigen Ausgabe der Wiki mit ihren 275 000 Einträgen. Nach mehr als 15 Jahren wurden bis zum Juni 2016 über 39,5 Millionen Artikel in fast 300 Sprachen verfasst. Etwa 100 000 User sind weltweit aktiv, davon 7 000 in Deutschland.

Manipulationen vorbeugen

Dieses offene System birgt allerdings auch Risiken. Immer wieder hört man davon, dass Artikel von Firmen wie Privatleuten manipuliert werden. Das  ausgedehnte Review-System schafft es allerdings, die meisten solcher Änderungen aufzudecken, immerhin 80 Prozent der Nutzer halten die Artikel für zuverlässig.

Ein sozial-wissenschaftliches Experiment

Wikipedia stellt sich im Nachhinein auch als ein interessantes sozial-wissenschaftliches Experiment heraus. Das Projekt wurde ursprünglich für die Schwarmintelligenz konzipiert, inzwischen hat sich aber eine eigene Gemeinschaft gebildet mit eigenen sozialen Normen und Regeln, die gute Autoren fördern und schlechte Autoren ausschließen soll.

Nutzerzahlen und Listen to Wikipedia

400 Millionen Nutzer greifen monatlich auf Daten von Wikipedia zu, von Grundschülern, die Informationen für ihre Referate suchen, bis zu Stockbrokern, die Hintergründe zu ihren Geschäften recherchieren. Die Enzyklopädie ist auch heute noch kräftig am Wachsen. Wer im Netz „Listen to Wikipedia“ sucht, kann ihr dabei zuhören. Jede Änderung wird akustisch dargestellt, je größer die Änderung, desto tiefer der Ton.

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Beitragsbild: Das aktuelle Logo von Wikipedia – Foto: wikipedia.org