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Liebe Leserin, lieber Leser, kennen Sie die Stimmung, die allmählich eintritt? Menschen finden zur inneren Einkehr, das Jahr neigt sich dem Ende zu – erste Bilanzen werden gezogen. Was habe ich alles erreicht in diesem Jahr? Was habe ich erlebt?

Viele versuchen, aus dem alltäglichen Hamsterrad zu entfliehen, um wieder mehr Kraft zu schöpfen. Die Kälte führt uns nach Hause zurück, zu mehr abendlicher Gemütlichkeit und Zeit für die Familie, die wir uns das ganze Jahr über schon gönnen wollten. Was sich früher nur zur Weihnachtszeit gezeigt hat, ist heute jedoch ein weitverbreiteter Trend zu mehr Besinnlichkeit – ganzjährig. Alte Filme, alte Gewohnheiten und Rituale werden zu jeder Jahreszeit an die Kinder weitergegeben. Im Internet boomen Tauschseiten für Großmutters Backrezepte, Möbel der Vorfahren werden als wahre Rarität und Klassiker aufgestellt. Geschenke sind wieder selbst gemacht – Individualität und Kreativität verkörpern die Herzenswärme.

Handgefertigte Produkte zeigen einen tollen Trend auf: sich mehr mit dem Wesentlichen beschäftigen. Mehr Herzblut investieren, in allem, was wir tun. Mehr Achtsamkeit und Interesse für das Umfeld sind Werte, die das Miteinander das ganze Jahr bereichern. Die bevorstehende Adventszeit und die Vorfreude auf das Weihnachtsfest im Kreis der Lieben sind Traditionen, die sich sehr leicht auf das gesamte Jahr übertragen lassen – wir können füreinander da sein, uns austauschen und an andere denken. Ein wahrer Klassiker sind die angestrebten Veränderungen zum Jahreswechsel. Es stellt sich die Frage, ob es wirklich um den Inhalt der Wünsche geht oder um so manchen Kampf mit dem Ego. Meiner Meinung nach sollten die guten Vorsätze einen langfristigen Charakter haben, der nicht auf ein Jahr begrenzt ist. Was passiert, wenn die Ideale gar nicht erstrebenswert sind oder im schlechtesten Fall gar nicht realisierbar? Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle das ganze Jahr über Dinge an unseren Lebenseinstellungen bemerken, die wir ohne Zeitfenster ändern könnten. Freude empfinden und keinen Frust über zu hochgesteckte Ziele, das könnte die Leitidee für das kommenden Jahr sein.

Beitragsbild: Kolumne Jahresende 2014