Smombie – auch wenn die Wahl etwas kompromittierend erscheint, ist der aufmerksame Mensch der heutigen Zeit froh um das Jugendwort des Jahres 2015. Zusammengesetzt aus den Wörtern „Smartphone“ und „Zombie“, beschreibt es schon ziemlich genau den aktuellen Zustand unserer Straßen und Fußgängerzonen. Das Shoppen wird zum Slalomlauf, will man den Teilzeitblinden ausweichen, beim Autofahren achtet man inzwischen mehr auf die Kopfhaltung (nach unten) der Fußgänger als darauf, ob der berühmte Ball über die Straße rollt.

Smombies sind eine Verkehrsgefährdung der besonderen Art

Einer Erhebung der Dekra im Mai 2016 zufolge, bei der rund 14 000 Fußgänger in sechs europäischen Städten beobachtet wurden, hängen 17 Prozent der Fußgänger an ihrem Smartphone. Immerhin 8 Prozent der Straßenüberquerer meinten, auch diese Zeit zum Schreiben von Textnachrichten zu nutzen.

Hinzu kommen jene, die telefonieren, Musik  hören oder sogar alles gleichzeitig. Es ist übrigens nicht die „Jugend“, die hier heraussticht, es ist eher die technikaffine Gruppe der 25- bis 30-Jährigen, die hier mit 22 Prozent Handynutzung den Durchschnitt in die Höhe treibt.

Nicht auf peripheres Sehen verlassen

Das Ergebnis war ein beobachteter Zwischenfall während der Studie: Eine ganze Gruppe von Smombies, die dem Herdentrieb folgend gleichzeitig die Straße überquerte, ohne auf den Verkehr zu achten, kollidierte dabei mit einem Radfahrer.

Kein Wunder also, dass man in Köln extra für Smombies sogenannte Bompeln (Bodenampeln – man sollte nicht jedes Wort abkürzen …) an Bahnübergängen installiert hat, weil man sich so weniger Personenschäden erhofft.

Smombie per pedes weniger gefährlich

Diese Unterart „Smombie per pedes“ gefährdet in erster Linie sich selbst. Gehen wir nach der Theorie von Darwin, werden sie sich wohl irgendwann selbst aus dem Genpool entfernen.

Viel schlimmer sind die mobilen Smombies am Steuer oder Lenker. Bei einer Umfrage des Automobilclubs „Mobil in Deutschland“ gaben 77,1 Prozent der Befragten an, dass sie das Smartphone schon mal während der Fahrt nutzen. Mehr als die Hälfte würde es schon als häufig einstufen. Sei es das Einstellen des Navis, das Entgegennehmen eines Anrufs, kurz mal die Mails checken oder auch nur die Musik raussuchen – zwei Sekunden Ablenkung bei Tempo 50 bedeuten ganze 27 Meter Blindfahrt.

Sei kein Smombie! Riskiere nicht dein Leben und das unbeteiligter Dritter für ein Bananen-Emoticon oder den neuesten Kettenbrief! Wäre es wichtig, würde jemand anrufen!

Beitragsbild: Ein sitzender Smombie ist ein guter Smombie – Foto: pixabay.com