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Weihnachten in der Südsee, Silvester am Roten Meer. Wenn es kalt und matschig wird in Deutschland, flüchtet so mancher in Breitengrade, die Sonne satt garantieren. Strand und Palmen inklusive, versteht sich. Denn hierzulande drückt nicht nur das nasskalte Wetter auf das Gemüt. Auch dass es ab November nachmittags schon dämmert und morgens, wenn überhaupt, erst zur Frühstückspause die Sonnenstrahlen uns mit Lux speisen, zerrt am Nervenkostüm.

Die Versuchung ist groß, mit ein paar schnellen Klicks bei Portalen wie „Ab-in-die-sonne.de“ dem Grau zu entschwinden. Das Ziel: Eine Woche Energie tanken. Einen Cocktail an der Beachbar schlürfen. Kurz: Das Paradies hautnah erleben. Ihren Ursprung hat diese Vorstellung vor rund 300 Jahren. Die Bilder in den Urlaubsprospekten und auf den Webseiten der Ferienanbieter entsprechen noch heute ziemlich genau dem, was Romantiker im 18. Jahrhundert als Paradies beschrieben haben. Und wer genauer hinschaut, versteht es. Eine der Antriebsfedern der Joseph von Eichendorffs und Jean Pauls war die Sehnsucht nach Liebe. Spiegeln wir das auf heute, fehlt den Menschen nicht nur die Sonne.

Sondern vor allem Wärme. Die kann zwar auch von der Sonne kommen, doch besser kommt sie von innen und von den Menschen. Wem es also gelingt, sich an trüben Tagen von Partnern, Kindern und Freunden mit Kraft und Energie zu speisen, der braucht keine Flucht in die Karibik. Wer das nicht hat, dem helfen die Sonnenstrahlen wenigstens, seine Hülle zu wärmen. Ach ja, für schmälere Geldbeutel gibt es Wohlfühlatmosphäre auch zum kleinen Preis. Einen Tag mit seinen Liebsten in einem hiesigen Erlebnisbad und anschießend gemeinsam den Abend zu verbringen, wärmt von außen und innen.

Michael Sudahl

Beitragsbild: 604106 Original R By UnbekannTe Pixelio.de