Die Bikinibridge bezeichnet die Lücke zwischen Bauch und Bikinihöschen junger und unbedingt schlanker Sonnenanbeterinnen. Dem Betrachter eröffnet sich dadurch ein kleiner, nicht zu tiefer Einblick. Keine Sorge: Es bleibt alles verhüllt, was nicht jugendfrei ist. Das Internet ist voll von aus Liebe zum eigenen Körper hergestellten Selbstporträts junger Damen, die mit dem Smartphone an sich herabfotografieren und dann – wie soll es auch anders sein – diese Kunstwerke mit allen Nutzern im Internet teilen. Jedem das Seine.

Wenn man so will, ist das Leben voller Bikinibrücken. Sie stehen für das, was wir erreichen wollen. Die Dinge, die wir uns immer vornehmen und sie doch nicht umsetzen. Das, wovon wir träumen und worauf wir hinarbeiten. Für manche ist das eben ein schlanker Körper und ein straffer Bauch. Der Sportfanatiker strebt nach einem muskelgestählten Körper und strammen Waden. Und wer lieber oberhalb des Hemdkragens vorankommen möchte, meldet sich beispielsweise zu einem Sprachkurs an der Volkshochschule an oder tritt dem örtlichen Debattierclub bei. Auch okay. Genauso legitime Wünsche sind, sich mehr mit Freunden zu treffen, per Speeddating einen Partner zu finden, einen Yogakurs zu besuchen oder nach getaner Arbeit wohlverdient aufs heimische Sofa zu sinken.

Nicht immer jede Selbstdarstellungsshow bejubeln – Foto: pixabay.com

Nicht immer jede Selbstdarstellungsshow bejubeln – Foto: pixabay.com

Und dann sehen wir im Fernsehen und auf den Youtube-Kanälen Hunderte von Menschen, die offenbar mehr Selbstdisziplin, Talent und Zeit für ein aufregendes Leben haben. Die ihre Sozialkontakte pflegen, perfekt musizieren und gut aussehen. Und die womöglich eine Bikinibrücke ihr Eigen nennen. Ich sage Ihnen mal was: Das ist alles Show. Lassen Sie sich von anderen nicht von Ihrem Weg abbringen, machen Sie das, was richtig für Sie ist. Und nur für Sie.

Eine Kolumne von Leila Haidar

Beitragsbild: Bikini im Sand mit Seestern – Foto: pixabay.com