Die verkannte braune Nuss

Die glänzend braune Nuss ist ein richtiger Blickfänger, wenn sie ab Oktober aus ihren stachligen Behausungen vom Baum auf den Gehweg fällt. Sie ist glatt und kühl, liegt gut in der Hand und ist schön anzusehen. Und dann wandert sie als Handschmeichler für ein paar Stunden in die Jackentasche.

Dabei ist die leicht süßliche, aromatische Nuss auch geschmacklich eine glatte Delikatesse. Inzwischen trifft man sie fast nur noch geröstet auf Weihnachtsmärkten an. Dabei ist sie eine köstliche Ergänzung der vielfältigen Herbstküche. In Deutschland ist die Marone, die essbare Edelkastanie, am meisten verbreitet. Diese Kastanien sind reich an hochwertigem Eiweiß und dabei nicht so fett wie Nüsse. Außerdem ist der weiche Kern reich an Kalium, Vitamin C sowie B1 und B6. Die Marone ist die einzige Vertreterin der großen Familie der Nüsse, die wie Gemüse verarbeitet werden kann.

Besonders in Frankreich hat sich die Marone in der Küche halten können. Hier sind auch besonders viele Rezepte überliefert. Sie wird gerne gekocht oder geröstet als Beilage
serviert, zu Püree verarbeitet,  als Füllung für Braten oder kandiert als Leckerei für
zwischendurch zubereitet. Kastanien sind glutenfrei und aus Kastanienmehl und -flocken
lassen sich leckere Brote und saftige Kuchen backen.

Französische Maronensuppe

400 g Maronen an der spitzen Seite kreuzweise einritzen, in kochendem Wasser 15 Min. garen und anschließend schälen. Zwei Schalotten, 200 g Sellerie, einen Petersilienwurz und eine Knoblauchzehe fein würfeln und in Butter anschwitzen. Maronen kurz mitbraten, das Ganze mit einem halben Liter Hühnerbrühe ablöschen und 20 Min. köcheln lassen. Etwa 1/3 der Maronen und des Gemüses aus der Suppe nehmen und beiseitestellen, den Rest der Suppe pürieren. Einen halben Becher Sahne und 4 EL Cognac unterrühren, das abgeschöpfte Gemüse wieder hinzugeben und aufkochen lassen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken. Bon appetit!

Süß püriert – das österreichische Kastanienpüree

500 g Kastanien (geröstet oder ungeröstet) in leicht gesalzenem Wasser weich kochen. Aus einer Vanilleschote das Mark herauskratzen, Mark und Schote in einem viertel Liter Milch aufkochen. Anschließend vom Herd nehmen und 10 Min. ziehen lassen. Die Schote
entfernen und die Kastanien und 100 g Zucker zur Milch geben. Alles noch einmal auf kleiner Flamme 2–3 Min. aufkochen, anschließend pürieren und abkühlen lassen.

Maronen klassisch geröstet

Die Maronen auf der Unterseite kreuzweise einritzen und bei 160 Grad, zusammen mit einer Tasse Wasser, im Ofen rösten, bis sie aufplatzen. Wer Angst hat, dass die Maronen zu trocken werden, kann sie vorher einen Tag in Wasser einlegen.

Wir wünschen einen guten Appetit!

Beitragsbild: Kastanien für die Herbstküche © Maren Bessler / Pixelio