Mit dem Versuch, den Veggie Day in deutschen Kantinen durchzudrücken, hat man den deutschen Magen genau auf dem falschen Bein erwischt. Dabei steht gesünderes Essen bei nahezu jedem auf der To-do-Liste. Viele harte Verfechter von Fleisch und Würstchen haben von vegetarischer und veganer Küche nur so viel Ahnung, wie die Kantine und Spaghetti mit Tomatensoße eben hergeben. Dabei geht es um viel mehr als einfach nur darum, das Fleisch wegzulassen.

Der Veganismus ist vor allem eine andere Lebenseinstellung. Viele Blogs und Bücher basieren auf dem Mitgefühl und ethischen Werten gegenüber Tieren, aber auch den Menschen in der Lebensmittelindustrie. Bei einer veganen Ernährung wird bewusst in allen Lebenslagen auf tierische Produkte verzichtet. Dazu gehören natürlich Fleisch und Fisch, aber auch Leder, Milchprodukte oder Honig. Für einen veganen Lebensstil muss sich jeder selbst entscheiden, das gilt auch für die eigenen Kinder.

Vegan bedeutet keinesfalls geschmackslos, auf dem Sandwich darf aber ruhig mehr drauf sein – Foto: Segovax / pixelio.de

Vegan bedeutet keinesfalls geschmackslos, auf dem Sandwich darf aber ruhig mehr drauf sein – Foto: Segovax / pixelio.de

Insbesondere im Bereich der Ernährung ist das natürlich eine starke Umstellung. Das Kochen wird durch eine vollkommen andersartige Basis zu einer ganz neuen Herausforderung, eröffnet aber auch komplett andere Geschmackserlebnisse. Erste Inspiration findet man in der mediterranen und asiatischen Küche. Insbesondere italienische, chinesische und indische Gerichte sind lecker und abwechslungsreich und lassen sich, wenn sie es nicht schon sind, leicht in eine vegane Form umwandeln. Mit Pizza, Pasta und Pesto lässt sich schon mal die halbe Woche locker wegschmausen.

Was man nur empfehlen kann, ist, sich aller Scheu und Vorurteile vor dem einen wichtigen asiatischen Grundnahrungsmittel zu entledigen: dem Tofu.

Zeitmangel ist auch nur bedingt eine Ausrede. In Naturkostläden finden sich Unmengen an veganen (Fertig-)Produkten. Von Tofuschnitzeln über Sojabratlinge, fertige Bolognese bis zu Würstchen. Wem das nicht reicht, der findet im Internet beispielsweise Mock-Chicken-Hühnchenersatz aus Weizeneiweiß und selbst veganen Zwiebelrostbraten kann man sich bestellen.

Das Internet ist mit seinen Rezeptgruppen und Ratgebern für das heutige vegane Leben inzwischen nahezu unerlässlich. Dort findet man auch Antwort zu einer der größten Mären des Veganismus: Mangelernährung. Irgendwo zwischen dem Rezept für vegane Linsen mit Spätzle und Bildern von 70-jährigen vegan lebenden Bodybuildern.

Ein Artikel von Franziska Herget

Beitragsbild: Auch ohne Fleisch lassen sich schmackhafte Gerichte zaubern – Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de