Viele verstehen unter Yoga eine asiatisch geprägte Sportart, bei der Fitness, Gleichgewicht, Entspannung und Dehnungsübungen im Vordergrund stehen. Dabei ist die aus dem alten Indien stammende Lehre viel mehr als das. Zunächst einmal ist Yoga im Wesentlichen unabhängig von religiösen und weltanschaulichen Sichten und Auffassungen. So kann jeder an den Kursen teilnehmen, der möchte, auch das Alter oder das Geschlecht spielen keine Rolle.

Das Wort Yoga oder Joga kommt aus dem indischen Sanskrit und bedeutet übersetzt etwa „vereinigen“ oder „anbinden“. Gemeint ist dabei, mithilfe von Konzentrations- und Körperübungen Körper und Seele zu einem einzigen, zusammenarbeitenden Organismus zu vereinen.

Früher ging es den indischen Gläubigen zunächst darum, die Seele und den Geist zur Meditation vorzubereiten. Die körperlichen Übungen waren lediglich darauf ausgerichtet, den Körper beschwerdefrei in der entsprechenden Meditationspose halten zu können. Schnell bemerkte man dann den Zusammenhang zwischen einem allgemein gesunden, fitten und kräftigen Körper und der Fähigkeit, schneller die einzelnen Meditationsphasen zu erreichen. Und so wurden diese Übungen als Asanas in die Yoga-Lehre mit aufgenommen.

Zur Ruhe kommen - Foto © Rainer Sturm/Pixelio

Zur Ruhe kommen – Foto © Rainer Sturm/Pixelio

Heute wird Yoga genau in der umgekehrten Reihenfolge gelehrt: Zuerst muss der Schüler die Kraft und die Kontrolle über seinen Körper bekommen. Dazu erlernt er zunächst die allgemeinen Regeln des Yoga, übt danach Körper- und Sitzhaltungen und erreicht Konzentration durch gezielte Atemübungen. Nach dieser physischen Phase des Yoga studiert er das Zurückziehen der Sinne, Konzentration, Meditation und ganz am Ende kann man die Stufe des „Eins-Sein“ erlangen.

Durch das Erlernen und Ausführen der Asanas werden Muskelverspannungen gelöst, Sehnen gedehnt und die Beweglichkeit sowie die Stabilität des Körpers erhöht. Man lernt, mehr Körperbewusstsein zu erlangen, was im Alltag zu gesteigerter Körperspannung, einer besseren Haltung und weniger Rückenschmerzen führt. Yoga hat zudem auf viele Menschen eine stressabbauende Wirkung, was es für viele Berufstätige zu einem guten Ausgleich vom hektischen Arbeitsalltag macht.

Ein Artikel von Franziska Herget

Beitragsbild: Entspannung finden im Zentrum - Foto © Vision Images/Fotolia