„Das moderne Yin-Yoga, das was wir hier im Moment praktizieren, wurde begründet von einem Amerikaner in Los Angeles in den 80er-Jahren. Damals wurde noch recht hart, fast schon brachial praktiziert. Und der hat den Gegenpol dazu entwickeln wollen und gesagt, immer nur doller und härter zu machen, das macht irgendwie auch keinen Sinn.“
Zitat von Dirk Bennewitz

Yin und Yang sind jedem ein Begriff, auch denjenigen, die sich noch nicht mit dem Thema Yoga auseinandergesetzt haben. Die beiden Begriffe stehen für eine Einheit, trotz ihrer Gegensätzlichkeit. Yin steht für eine ruhige, weibliche Energie, wohingegen Yang für die maskuline, kraftvolle Energie steht. Den wenigsten ist bewusst, dass es auch im Yoga eine solche Unterteilung gibt.

Wer Yoga als Sport betreibt, setzt sich in der Regel mit dem bewegungsorientierten Yang-Yoga auseinander, auch wenn es ihm nicht bewusst ist. In den aktiven Übungen werden die Muskeln trainiert und gefordert – Yoga als Ausgleich zum eher immobilen Job.

Yin-Yoga wurde vernachlässigt

Das Yin-Yoga ist hingegen ein ruhiger, eher passiver Yogastil, der bisher von den „westlichen“ Yogaisten etwas vernachlässigt wurde. Dabei benötigt man beide Stile, um wirklich zu seiner inneren Ruhe zu finden. Beim Yin-Yoga geht es hauptsächlich darum, innere Anspannungen in den Muskelpartien, Organen und insbesondere den Faszien zu lösen. Die Übungen werden in der Regel im Sitzen oder Liegen praktiziert. Auffällig ist der runde Rücken, der beim Yin-Yoga vorrangig ist. Ziel ist es, in die Asanas, die im Yoga gelehrten Körperhaltungen, hinein zu entspannen und in eine persönliche Form des Asana hineinzusinken. Der Atem soll frei fließen, der Fokus liegt darauf, Spannungen zu lösen, die man mit dem Yang-Yoga nicht erreichen kann.

Die Asanas werden zwei bis fünf Minuten gehalten, da sich der Körper erst nach ein paar Minuten überhaupt lösen kann. Viele nutzen die Asanas als Einstieg in die Meditation. Überraschenderweise entdecken insbesondere eingefleischte Power-Yoga-Enthusiasten das Yin-Yoga für sich. Diejenigen, die im Alltag stark unter Strom stehen, finden in ihrem Sport endlich ihren benötigten Ruhepol.

Beitragsbild: Die Positionen beim Yin-Yoga sind entspannend und beruhigend – Foto: Syda Productions / Fotolia.de