In Fitnessstudios und Trainingsgruppen, aber auch bei Physiotherapien und in Wellnessbereichen verbreitet sich eine neue Trainingsmethode: das sogenannte Vibrationstraining, auch Whole Body Vibration (WBV) oder Beschleunigungstraining genannt.

Dabei handelt es sich um eine ursprünglich für Leistungssportler und Astronauten entwickelte Trainingsform, bei der einfache muskelstärkende Übungen auf einer vibrierenden Platte durchgeführt werden.

Die Wirkungsweise ist einfach, aber effektiv. Durch die Vibration werden die Dehnreflexe der Muskelzellen ausgelöst, dadurch werden die Muskelstränge angeregt zu kontrahieren, insbesondere die der Rumpfmuskulatur. Diese besonderen Muskelgruppen kann man nicht bewusst steuern, sie sind darauf ausgelegt, das Körperskelett zu stabilisieren und zu stützen. Dadurch erreicht man mit relativ kurzer Trainingszeit von etwa 10 Minuten sowie einfachen Übungen ein ganzheitliches Training der Extremitäten und des Körperrumpfs.

Entscheidend ist dabei die Frequenz, mit der trainiert wird, zwischen 5 und 60 Hz – je nach gewünschtem Ergebnis. Die magische Grenze liegt etwa bei 30 Hz, in diesem Frequenzbereich ist die Masse an angeregten Muskeln am höchsten. Niedrigere Frequenzen regen weniger, aber tiefer liegende Muskelschichten an. Ab 40 Hz wirkt die Vibration hingegen eher entspannend, in diesem Frequenzbereich werden Muskeln gelockert und Verspannungen gelöst.Die gezielte Anspannung der Muskeln hat gleich mehrere Effekte auf den Körper. Zuallererst werden natürlich der Muskelaufbau und dadurch die Kraft und Belastbarkeit der einzelnen Muskelstränge gefördert. Damit einher gehen ein angeregter Stoffwechsel und eine Straffung des Bindegewebes.

Bei der Physiotherapie setzt man auf Vibrationstraining zur therapeutischen, aber auch prophylaktischen Behandlung gegen Rücken- und Gelenkprobleme.

Bei all seinen Vorteilen muss man jedoch beachten, dass das Vibrationstraining als Ergänzung zum normalen Fitnessprogramm genutzt werden sollte – nicht als Ersatz. Wer gerade erst wieder mit einem regelmäßigen sportlichen Programm anfängt, sollte ein angemessenes Maß an Rumpf- und Beinmuskulatur aufbauen, bevor er sich an das Vibrationstraining heranwagt. Sonst können auch ein paar Minuten sehr anstrengend werden.

Franziska Herget

Beitragsbild: Training im Fitnesscenter Point in Gerlingen - Foto © Point Sports