Die philippinischen Stockkampfkünste werden nach den drei großen geografischen Gebieten der Region eingeteilt, dem südlichen Kali, dem zentralen Eskrima und dem nördlicheren Arnis. Aus Kali stammen die ursprünglichen Techniken des philippinischen Stockkampfs, dessen Wurzeln im indischen Raum zu finden sind. Diese Kampftechniken basieren auf Lehren, die über 1 000 Jahre alt sind.

Über die Techniken des Stockkampf

Die Techniken des Eskrima und des Arnis sind teilweise von den Eroberungsfeldzügen der Spanier beeinflusst. Das Wort Arnis bedeutet auf Deutsch etwa Harnisch und bezieht sich auf die schwerfälligen Rüstungen der Spanier, die einen eindeutigen Nachteil gegenüber der schnellen und effektiven Kampfkunst der Ureinwohner bildeten. Eskrima hingegen bedeutet Fechten und tatsächlich wurden in dieser Schule viele Techniken der spanischen Fechter übernommen.

So sieht das Training aus

Was sich vielleicht etwas rabiat anhört, ist in Wirklichkeit ein Sport, der viel Konzentration und Körperkontrolle erfordert. Ziel ist es, seinen Gegner schnell, aber auch korrekt zu überwältigen und zu entwaffnen, während man selbst möglichst unversehrt bleibt. Während einer einzelnen Trainingsstunde werden daher festgelegte Bewegungsabläufe eingeübt, sogenannte Drills. Bei jedem Drill gilt es, die exakte Ausführung der Schläge und Konter, Blöcke und Entwaffnungen einzustudieren, zu wiederholen und sich einzuprägen. Dabei wird mit Doppel- und Einzelstock oder auch unbewaffnet trainiert. Durch die ständige Wiederholung werden die Bewegungsabläufe flüssiger und können später schon fast reflexartig ausgeführt werden. Zum Training gehört außerdem das regelmäßige Üben von artistischen Einlagen. Mit den wirbelnden Bewegungen werden sowohl der Gleichgewichts- als auch der Orientierungssinn des Kämpfers gefördert. Und natürlich macht das Ganze sehr viel Spaß. Um die rhythmischen und koordinativen Fähigkeiten zu schulen, wird auch Tanz gelehrt. Ziel dabei ist es, bewusst Bewegungen durchzuführen und auch die Bewegungen der Partner zu beobachten.

Mitdenken ist angesagt

Wer eine Trainingsstunde mitmacht, merkt schnell, dass er nicht nur physisch gefordert wird. Besonders das Lernen und Durchführen der Bewegungsabläufe beansprucht beide Gehirnhälften. Bei Erwachsenen ist eine Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses festzustellen, so dass sich die alltäglichen Abläufe besser merken lassen. Bei jüngeren Menschen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, ist auch eine Steigerung der Lernkapazität zu beobachten. Die Kombination aus Auslastung und Konzentration stärkt sowohl den Körper als auch den Charakter.

Info-Tipp

Weitere Infos zum Thema Stockkampf erhalten Sie z. B. bei:
Lebensfreude gemeinnütziger e.V.
Liststraße 1/ 2, 71229 Leonberg
www.lebensfreude-verein.de
Organisation und Anmeldung:
Gabriele Gangananda Kopp
Tel. 07152-73472, info@gabrielekopp.de

Beitragsbild: Gabriele Kopp beim Training mit zwei Stöcken © Lebensfreude Gemeinnütziger E.V.