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Judo ist in Deutschland ein Phänomen – viele haben es als Kind mal gemacht. Erwachsene, die diesen Sport ausüben, sind dennoch schon fast eine Rarität.

Was oftmals nicht bekannt ist: Man kann, aber man muss beim Judo nicht auf Kampf trainieren. Viele langjährige Anhänger reizt einfach, dass Judo eine schöne und ausgewogene Breitensportart sein kann. Je nach Verein und Gruppenzusammenstellung beginnt das Training mit einem unterschiedlichen Aufwärmprogramm. Das kann von Fußball über Aerobic bis hin zu „Judorugby“ so ziemlich alles sein. Bei den Aufwärmübungen achten die Trainer besonders darauf, Elemente der späteren Würfe und Techniken miteinzubauen. Ebenfalls Bestandteil sind immer die Fallübungen. Da zu jedem Werfenden (Tori) immer auch ein Fallender (Uke) gehört, ist das richtige Fallen von immenser Bedeutung für ein gemeinsames Training. Deswegen wird in der ersten Judostunde immer auch zuerst das Fallen und dann die passende Wurftechnik dazu gelehrt.

Die Lerneinheit des Trainings kann aus vielem bestehen – ein neuer Wurf, Wurfkombinationen oder Übergänge Stand-Boden, Bodentechniken, Hebel und Würger. Für jede Körpergröße, jede Statur und jeden Typ gibt es Techniken, die sich besser eignen. Hier zeigt sich die Philosophie des Judos – Siegen durch Nachgeben. Alle Würfe setzen nicht auf Kraft, sondern auf eine korrekte Technik. Diese ermöglicht es, die Kraft des Gegners zu seinem eigenen Vorteil zu nutzen.

Den Abschluss bildet fast immer ein Trainingskampf, ein sogenanntes Randori. Dabei geht es nicht ums Gewinnen, sondern um eine Möglichkeit, das Gelernte in einer annähernden Wettkampfsituation einzusetzen.  Ob dies nun am Boden auf Knien oder im Stand stattfindet, kommt auf die Gruppe an.

So weit wie möglich, versucht man im deutschen Judo dem japanischen Original treu zu bleiben. Dazu gehören die traditionellen Judogis (der Anzug), die roten und grünen Tatami (Matten) und auch das rituelle Angrüßen. In den Trainingsalltag sind an die 100 japanische Begriffe verwoben. Besonders Späteinsteiger gehen im Judo oft richtig auf. Sie fasziniert die Ästhetik der japanischen Nationalsportart und das fordernde und anregende Training. Wen jetzt die Lust packt, der kann sich jederzeit bei einem der hiesigen Vereine zum Schnuppertraining anmelden.

Beitragsbild: 486978027 C OSTILL Thinkstock.com