Der Mensch ist von Natur aus ein Läufer – aber beileibe kein Dauerläufer. Joggen ist in und Joggen ist gesund für das Herz-Kreislauf-System, kann aber Probleme bei Gelenken, Knochen und Knorpeln auslösen.

Der Hintergrund liegt in der Geschichte des Menschen. Ewige Generationen lang ist er als Nomade in normalem Gang umhergezogen und musste nur kurze Strecken schnell zurücklegen, so z. B. auf der Jagd. In der Neuzeit hat sich der Lebensstil signifikant gewandelt. Viele Menschen verbringen die meiste Zeit nun sitzend im Büro. Bewegung wird heute als aktiver Ausgleich angesehen und dann auch schon teils schädlich exzessiv ausgelebt.

Der Lauf-Boom wird nicht zuletzt durch das eherne Ziel des Marathons stetig weiter gepusht. Stephen Kiprotich lief zuletzt in London am Buckingham Palace nach 2:08:01 Stunden ins Ziel und gewann damit Gold. Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit in Athen 1896 gereichten 2:58:50 Stunden für Spyridon Louis zur Goldmedaille. Viele wollen die Strecke einfach selbst einmal schaffen.

Doch wie bei allen anderen Sportarten gibt es bestimmte Dinge, die man beachten sollte. Das fängt schon bei der eigentlichen Laufbewegung und -haltung an. Ziel ist es immer, sich so ökonomisch und körperschonend wie möglich fortzubewegen. Ein zu kleiner Laufschritt bremst die Bewegung aus und belastet dabei die Gelenke, ein zu großer Laufschritt hingegen verschwendet zu viel wertvolle Energie. Die persönliche Schrittlänge findet man am ehesten heraus, indem man sich angewöhnt, das Bein bei jedem Schritt komplett zu strecken, dabei aber trotzdem eine flüssige Bewegung beizubehalten. Der Rücken darf sich beim Laufen etwas entspannen, eine aufrechte Haltung oder gar ein Hohlkreuz sollte man gegen eine leicht gebeugte Haltung austauschen. Oft unterschätzt und deswegen oft falsch sind die Armbewegungen. Die meisten Jogger verkrampfen ihre Arme und Hände und pressen sie dabei an den Körper. Statt, wie es die Natur vorgesehen hat, die Pendelbewegung der Arme als Ausgleich der Laufbewegung zu benutzen, wird mit Hüfte oder Schultern ausgeglichen. Das Ergebnis sind oft Nacken- und Rückenverspannungen.

Ebenso wichtig ist es, das eigene Tempo zu finden und auch zu halten. Man sollte immer nur so schnell laufen, dass man sich dabei locker unterhalten kann. Ein Laufpartner ist daher nicht nur motivierend, sondern er hilft auch bei der eigenen Lauftechnik. Fällt einem das Reden zunehmend schwerer, ist es Zeit, das Tempo zu drosseln.

Zum Laufen gehören auch das richtige Equipment und die passende Vorbereitung. So ist z. B. ein Laufschuh mit dämpfenden Eigenschaften heute praktisch Pflicht. Darüber hinaus sollte man eine gute körperliche Fitness in den belasteten Bereichen vorweisen: Waden und Schienbeinmuskulatur, Beinbeuger und Beinstrecker sowie Gesäßmuskulatur, Rückenstrecker und Bauchmuskeln sollten gut trainiert sein. Übungen mit einem Bein auf dem Wackelbrett stehend, stabilisieren die Gelenke ungemein.

Der letzte Tipp: Rechtzeitig aufhören! Sport soll auspowern, aber sobald Schmerzen auftreten, ist dies das eindeutige Signal des Körpers, dass es für heute genug ist.

Beitragsbild: Laufen mit dem richtigen Schuhwerk © Petra Bork / Pixelio