Das Herz klopft bis zum Hals, die Füße tasten sich an den Rand des Vorsprungs. Der Blick nach vorn, von unten die aufmunternden Rufe der anderen. Einmal noch die Augen schließen, ein letzter tiefer Atemzug, ein beherzter Sprung – platsch. Erleichtertes Auftauchen. Diesmal waren es sogar 12 Meter, neuer Rekord!

So oder so ähnlich kann man sich den Sprung von einer Klippe beim sogenannten Canyoning vorstellen, einem der Freizeitabenteuer für den Durchschnittsbürger überhaupt. Grundsätzlich geht es darum, dem Lauf eines kleinen Flusses mit all seinen Facetten zu folgen und den Weg des Wassers zu beschreiten. Je nach gebuchter Tour oder Stand der Gruppe bezwingt man Wasserfälle und Felswände durch Abseilen, Klettern, Rutschen, Schwimmen oder mit der schönsten Variante: Springen.

Malerische Szenen, die man sonst beim Wandern verpassen könnte – Foto: Daniel Stricker / pixelio.de

Malerische Szenen, die man sonst beim Wandern verpassen könnte – Foto: Daniel Stricker / pixelio.de

Vor zwei Jahrzehnten wurde das Canyoning erstmals in Spanien und Südfrankreich erfolgreich angeboten. Inzwischen hat es sich in der ganzen Welt verbreitet, besonders in den USA. In den letzten Jahren hat es sich auch in den eher kalten Gewässern der Alpen durchgesetzt. Bei dieser Sportart fasziniert viele die Auseinandersetzung mit den Kräften der
Natur – den Stromschnellen, den schroffen Steilwänden. Jede Tour stärkt das Selbstbewusstsein und jede Herausforderung schweißt die Gruppe mehr und mehr zusammen.

Grundsätzlich sollte man als Anfänger nur in einer geführten Gruppe gehen. Nur ausgebildete Guides können die Konstitution der Teilnehmer, die vor einem liegenden Hindernisse und auch das Wetter richtig einschätzen. Natürlich gibt es auch bei den Canyoning-Strecken unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, darunter viele, die für Anfänger fordernd, aber gut zu bewältigen sind. Zum Basisequipment gehört immer ein dicker Neoprenanzug. Der hält den Körper warm und schützt ihn vor kleineren Blessuren. Dazu kommen natürlich festes Schuhwerk, Helm und Sicherungsausrüstung – dies wird praktisch immer von den Veranstaltern gestellt. Außerdem sollte man eine Grundfitness, Koordination und ein gutes Quäntchen Mut sowie Selbstvertrauen mitbringen. Handtücher nicht zu vergessen.

Wer im Urlaub auf den Geschmack gekommen ist, der kann sich auch einem der Canyoning-Vereine in der Nähe anschließen. Es gibt einige davon im Allgäu, die regelmäßige Touren am Wochenende anbieten. Oder man gönnt sich einen Erlebnis-Familienausflug.

Beitragsbild: Canyoning verbindet Sport und Abenteuer optimal – Foto: J. Amacker / pixelio.de