Das klassische Klettern mit Klettergurt, Sicherungsseil und Kletterpartner ist inzwischen jedem ein Begriff. Hinsichtlich seines Bekanntheitsgrads sieht es beim Bouldern schon ganz anders aus.

Beim Bouldern (engl. boulder = „Felsblock“) wird ohne Kletterseil und -gurt in Absprunghöhe und gesichert durch eine Matte an eben jenen Bouldern, Felswänden oder künstlichen Kletterwänden geklettert. In den letzten Jahren erfreut sich das Bouldern auch „im Mainstream“ zunehmender Beliebtheit und hat sich inzwischen zu einer eigenständigen Sportart entwickelt. Im Gegensatz zum „normalen“ Klettern geht es hier nicht um erklommene Höhenmeter.

Der klassische Boulder besteht meistens aus vier bis acht Kletterzügen, in denen der Boulderer an seine Leistungsgrenze und darüber hinaus gebracht werden soll. Die Kletterzüge sollen möglichst effizient und stabil bewältigt werden. Fällt man, gewollt oder ungewollt, fängt einen das Crashpad, eine dicke Weichbodenmatte, sicher auf.

Wer in den Klettersport hineinschnuppern möchte, aber Bedenken wegen Höhe, Equipment oder Kondition hegt, für den ist Bouldern genau die richtige Einstiegskategorie. Zudem ist es mit einem relativ geringen Zeitaufwand verbunden und man braucht nicht zwingend einen Kletterpartner.

Beim Bouldern gilt es, sich komplett auf die eigenen Bewegungen zu konzentrieren und neue Bewegungsabläufe zu erlernen. Während man Techniken und Griffe lernt und trainiert, bauen sich zeitgleich Kondition, Kraft und Beweglichkeit schnell auf. Das Wichtigste ist, Druck auf die Füße zu bringen. Viele Anfänger meinen irrtümlicherweise, sich durch pure Armkraft emporziehen zu müssen. Dabei befinden sich unsere stärksten Muskeln in den Beinen.

Das „Planen“ eines Boulders hilft dabei, die Wand schnell und effizient zu erklettern. Wer sich unsicher ist, kann sich gerne an Mitboulderer wenden und die erste Route gemeinsam erarbeiten. Da sich das Bouldern in Bodennähe abspielt, kann man auch während der Kletterpartie um Ratschläge bitten. Ein Grund übrigens, warum sich Bouldern hervorragend als Gruppensportart oder als Familienausflug eignet. Bouldern wird inzwischen in fast jeder Kletterhalle angeboten.

Beitragsbild: Bouldern formt den Körper und schärft den Geist – Foto: Industrieblick / Fotolia.de