Die Verleihung des sagenumwobenen Sterns, der ein Restaurant zu einem „Sternerestaurant“ befördert – sie erscheint wie die ultimative Krönung eines Koches und seiner Küche. Aber was genau versteht man unter so einem Stern?

Der Guide Michelin vergibt die Sterne

Dieser Stern ist in erster Linie ein Bewertungssystem des berühmten „Guide Michelin“, eines Reiseführers, der seit 1900 jährlich herausgegeben wird und Restaurants, Bistros, Hotels und Co. mit einer besonders guten Küche aufführt. Der Stern – der eher einer roten Blume ähnelt – ist im eigentlichen Sinne eine Empfehlung. Der Reiseführer teilt die Restaurants nach drei Kategorien ein – drei Sterne („eine Reise wert“), zwei Sterne („einen Umweg wert“) und einen Stern („eine sehr gute Küche“).

Sternerestaurant heisst nicht unbedingt teuer

So einfach dieses Bewertungssystem mal geplant war, umso mehr Gerüchte ranken sich aber um den legendären Stern. Wer zur Verleihung der Sterne eine große Veranstaltung mit allem Prunk und Protz erwartet, der irrt. Mehr als die Aufführung im Buch und – wenn es die Redaktion gut mit einem meint – ein Telefonanruf sind nicht zu erwarten. Auch wenn Service und Ausstattung des Etablissements oft ein Aushängeschild sind, zählt beim Guide Michelin nur die Qualität der Küche. So schaffen es auch Steakhäuser oder kleine Szenerestaurants zwischen die roten Deckblätter. Ein besonders prominentes Beispiel ist das Sushi-Restaurant von Jiro Ono – ein mit drei Sternen prämiertes Restaurant in einer U-Bahn-Station.

Den Stern zurückgeben

Oft hört man von Restaurants, die einen Stern „zurückgeben“ wollen, da nach der Auszeichnung viele Stammgäste ausbleiben in der Befürchtung, dass die Preise in astronomische Höhen steigen und die entsprechende Klientel nach sich ziehen. Nun, zum einen ist eine Rückgabe des Sterns nicht wirklich möglich. Zum anderen ändert kaum ein Restaurant sein Konzept nach einer Sterneprämierung, die typische Atmosphäre „Sternerestaurant“ gibt es einfach nicht. Daher kann auch ein hochprämiertes Restaurant gutbürgerliche und verhältnismäßig günstige Küche anbieten.

Was ein Sternerestaurant auszeichnet

Was natürlich alle Sterneküchen vereint: eine ausgefeilte Küche, die mit hochwertigen, deshalb aber auch hochpreisigen Zutaten arbeitet. Somit wird der Besuch in einem Sternerestaurant, das zudem mit fairer Personalpolitik aufwartet, immer um einiges mehr kosten als das Essen beim Italiener um die Ecke. Auch wenn man etwas tiefer in die Tasche greifen muss – man erhält ein perfekt zubereitetes Essen und einen unvergesslichen Abend, von dem man lange zehren kann.

Ein Sternerestaurant hautnah erleben?
Lesen Sie den Speisemeister der Speisemeisterei in Stuttgart-Hohenheim.

Beitragsbild: Der Gastraum eines französischen Sternerestaurants – Foto: pixabay.com