Der packende Krimi von Gerhard Schumann beginnt mit dem Ende: Lange sinniert Michael, ob und warum er vom Stuhl springen soll – oben auf dem Speicher, mit der Schlinge um den Hals. Und wer ist „er“, mit dem er spricht – eine Phantasie, oder der Grund?

So viel sei verraten: Der junge Mann springt. Doch warum? Diese Frage treibt vor allem seinen Bruder Wolfgang Walddorfer um. Ihm fällt es schwer, die Einschätzung der hübschen Polizeikommissarin zu teilen. Selbstmord! Der Fall ist für die Behörden bereits abgeschlossen. Da entdeckt Wolfgang verschlüsselte Botschaften seines Bruders. Selbstmord?

Er geht die Sache an, lässt nicht locker. Nach und nach erfährt er Details aus Michaels Vergangenheit. Traurig erkennt er, dass er seinen Bruder wohl nicht richtig gekannt hatte. Viel zu spät bemerkt Wolfgang: Er ist nicht der Einzige, der sich für Michaels Aufzeichnungen interessiert. Längst schwebt er selbst in Lebensgefahr. Eine Schlinge liegt auch um seinen Hals. Und sie zieht sich immer mehr zu…

„Irgendetwas stimmt nicht, ich komme aber nicht dahinter, was es ist“, schreibt Schumann mitten im Buch, seinen Protagonisten zitierend. Für wahr: Es kribbelt in den Lesefingern, treibt die Augen durch die Seiten – doch die Puzzleteile wollen einfach nicht passen. Denn gekonnt schickt Schumann seine Leser auf eine Reise in das Unerwartete, das schier Unfassbare. Er lässt sie eintauchen in ein Wechselbad aus Verzweiflung, Freude, Trauer, Angst und anhaltender Spannung. Er will, dass sie sie spüren: die Gänsehaut und die Schauer, die unweigerlich über den Rücken laufen. Erst ganz zum Schluss offenbart sich verblüffend, worum es in dieser Geschichte wirklich geht. „Wolfgang Walddorfer“ aus dem Magic Buchverlag ist vielleicht eines der spannendsten Bücher, die derzeit erhältlich sind.

Der Autor von Walddorfer Brudertränen, Gerhad Schumann – Foto: Magic Buchverlag

Der Autor von Walddorfer Brudertränen, Gerhad Schumann – Foto: Magic Buchverlag

Über den Autor

Gerhard Schumann wurde 1967 in München geboren, ist glücklich verheiratet und hat drei Kinder. Mit 42 Jahren erhielt er die Diagnose Parkinson. Sie veränderte sein Leben. Schumann wurde Autor und Künstler mit Ausstellungen u.a. im Deutschen Bundestag. Sein Erstlingswerk „Parkinson – Leben mit der Pechkrankheit“ (2012) wurde eines der erfolgreichsten Bücher seiner Art. Zwei Jahre schrieb er am Krimi „Walddorfer Brudertränen“, der als gelungen gilt.

Titelangaben

Gerhard Schumann, Walddorfer Brudertränen
ISBN 978-3-944847-38-2 (Taschenbuch, 298 Seiten)
12,99 EUR
auch als eBook (3,99 EUR) erhältlich
erschienen im Magic Buchverlag, Vierkirchen

Beitragsbild: Das Coverbild von Walddorfer Brudertränen – Foto: Magic Buchverlag