Die Haut ist das größte Organ des Menschen und trotz ihrer Robustheit empfindlich, was Langzeitbelastungen angeht. Man gönnt ihr das ein oder andere Peeling, Cremes oder auch mal eine Entspannungsmassage. Anschließend aber setzt man sie tagtäglich einer Dauerbelastung aus – belasteter Bekleidung.

Für ein T-Shirt aus Massenproduktion wird teilweise das 5- bis 6-fache Gewicht des Stoffes an Chemie eingesetzt. Ähnliches gilt für alle stark gefärbten oder bearbeiteten Textilien, wie zum Beispiel stonewashed Jeans. Noch belastender sind Kleidungsstücke mit hohem bis komplettem Synthetikanteil. Man sollte beim Einkauf am ehesten seiner Nase vertrauen. Alles, was stark chemisch riecht, ist meistens entsprechend vorbelastet. Ein weiterer Hinweis sind Textilien, die man „separat waschen“ soll oder deren Farben „ausbluten“. Diese Farben treten natürlich nicht nur beim Waschen aus, sondern lagern sich gleich auf und in der Haut ab – das kann man übrigens auch schön an der Ledercouch beobachten. In Deutschland ist das Label von OEKO-TEX® – erkennbar am stilisierten Gänseblümchen – ein wichtiger Garant dafür, dass gesetzliche Grenzwerte eingehalten werden. Hier wird zwar nicht komplett auf Chemie verzichtet, aber die verwendeten Substanzen sind zumindest für Nicht-Allergiker unbedenklich.

Leinenstoff ist oft luftiger und wirkt ausgleichend – Foto © Sir Mortimer / pixelio.de

Leinenstoff ist oft luftiger und wirkt ausgleichend – Foto © Sir Mortimer / pixelio.de

Reine Naturfasern sind immer noch das Beste für Haut und auch Haar. Für heiße Tage eignet sich besonders die einfache Baumwolle. Sie lässt die Luft zwischen Kleidung und Haut zirkulieren und nimmt die Feuchtigkeit der Haut auf. Gleiches gilt für Textilien aus Hanf und Leinen, sie sind etwas gröber und dadurch leichter und noch luftiger. Seide und Wolle bestehen aus tierischen Fasern und ähneln in ihrer Struktur sehr der menschlichen Haut. Der gute alte Wollpulli nimmt mit seinen Wollfasern bis zu 60 Prozent seines Eigengewichts an Flüssigkeit auf. Unangenehm wird es eigentlich immer erst dann, wenn man anfängt, unter der Kleidung zu schwitzen, und diese keinen Luftaustausch ermöglicht.

Übrigens: Die neueste Innovation auf dem Modemarkt sind Kleidungsstücke mit Pflegewirkung. Die Stoffe der Wellnesskollektionen sind mit Meeresalgen, Sojaseide und Zinkmineralien versetzt. Diese Komponenten, die oft in hautregenerierenden Cremes Verwendung finden, wirken beim Tragen wie Kosmetik für die Haut.

Ein Artikel von Franziska Herget

Beitragsbild: Stoffe tragen viel zum Hautgefühl bei – Foto © La Liana / pixelio.de