Bochum, 22.10.2015. Hochglanzbroschüren mit großzügigen Wohnlandschaften suggerieren, dass geschmackvolles Wohnen nur auf viel Fläche und mit teuren Möbeln möglich ist. Weit gefehlt. Was zählt, sind Ideen und Tatkraft. „Immer mehr Menschen suchen vor allem im urbanen Umfeld bezahlbare Wohnungen, die auf wenig Raum alles bieten. Mit einfachen Mitteln und etwas Planung lassen sich auch solche eher kleineren Wohnungen für eine oder zwei Personen ansprechend gestalten“, so Bettina Benner, Pressesprecherin von Vonovia, dem führenden Immobilienunternehmen mit 370.000 Wohnungen. Die Expertin gibt praktische Tipps für ein gemütliches Zuhause:

Zonen schaffen

Wichtig ist es, kleine Wohnungen abwechslungsreich zu gestalten und den Raum zu gliedern. Beherbergt das Schlafzimmer auch das Home-Office, sind Regale als Raumteiler sinnvoll, um diese Funktionen auch optisch voneinander zu trennen. Schließlich will man vom Bett aus nicht immer die Arbeit sehen, die auf einen wartet. Auch den Wohn- und Essbereich kann man z. B. durch den Einsatz von Farben und Teppichen schön strukturieren. Ein runder Teppich vor dem Sofa vermittelt eine Insel der Ruhe – grenzt den Rest des Raumes ab. Besonders behaglich sind Sessel und Stühle, die nicht zwingend zu einer Sitzgruppe arrangiert, sondern im Raum verteilt werden können. Ein Sessel am Fenster, daneben ein kleiner Coffee-Table für Buch, Laptop & Co – das wird garantiert ein Lieblingsplatz. Reizvoll ist es auch, den Raum als Ganzes zu nutzen und Möbel, etwa ein Sofa mal im Raum und nicht an der Wand zu platzieren. Stimmungsvolle Beleuchtung durch Tisch-, Steh- und Leselampen akzentuiert die Zonen. Man sollte aber auch darauf achten, dass es zudem eine ausreichende Grundbeleuchtung gibt, die großflächig Licht spendet.

Altes mit Neuem mischen

Für einen gelungenen Look muss nicht immer alles neu sein. Das gilt für die Wohnung genauso wie für die Mode: Vintage-Elemente, maßvoll dosiert, schaffen eine schöne individuelle Note. Ein Nierentisch aus den 50er Jahren und ein Cocktailsessel von Omas Speicher sind Highlights für die erste eigene Wohnung. Schöne Solitärmöbel findet man auf dem Flohmarkt oder in Online-Auktionen. Ein skandinavisches Daybett aus den 60er Jahren ist ein idealer Sofa-Ersatz und dient gleichzeitig als Gästebett. Ebenfalls schön: Ein Sideboard aus Holz aus derselben Dekade. Arrangiert mit verschiedenen geometrischen und runden Vasen oder auch Reiseandenken gibt es ein perfektes Stillleben ab. Generell lohnt es sich auf Online-Plattformen nach gebrauchten Möbeln zu suchen. Designersofa oder Massivholztisch – oft bekommt man hier für wenig Geld Top-Qualität.

Auch Baumärkte bieten ein gutes Reservoir für stylishe Accessoires. Kupferrohre etwa lassen sich nicht nur zu schönen Kerzenständern umfunktionieren – einfach in unterschiedlichen Längen mit einem Rohrschneider kappen und aneinanderkleben – sie sind auch sonst wahre Alleskönner: Ob Kuperrohr-Regale im „Industrial Design“ oder Garderoben, auf DIY-Seiten im Internet gibt es viele pfiffige Anregungen. Kupfer ist derzeit ein sehr beliebter Wohntrend. Das Material mutet warm und gemütlich an – ganz im Gegensatz zu den kühl wirkenden Metallen wie Aluminium, Chrom oder Edelstahl. In Einrichtungshäusern findet man derzeit viele Möbel und Accessoires aus diesem Werkstoff. Man muss aber nicht tief in die Tasche greifen, um den Look in der eigenen Wohnung umzusetzen. Ein alter Couchtisch etwa erstrahlt mit Kupferspray in neuem Glanz. Auch einfache Lampenschirme können mit der metallischen Farbe aus der Dose aufgepeppt werden – oder Flaschen und Gläser, die dann originelle Vasen abgeben. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Geschmackvolles Wohnen muss also keineswegs teuer sein. Auch für kleine Wohnungen gilt, dass klare funktionale Gliederung, Stilelemente und effektvolle Beleuchtung dem Raum individuelles Flair verleihen. Wer dazu geschickt Staumöglichkeiten schafft, Möbel mit Doppelfunktion nutzt und die gestalterischen Effekte von Farben ausschöpft, gewinnt auch auf kleiner Fläche so viel Raum, wie er für sich selbst und für Gäste braucht.

Beitragsbild: Schöner Wohnen – Foto © Vonovia