DBU-Kampagne „Haus sanieren – profitieren“: Dachgärtner können KfW-Förderung beantragen

Osnabrück. Sie wirken wie eine Klimaanlage und sind besonders in Städten als Naherholungsgebiet sehr geschätzt: Grünflächen auf dem Dach. „Je mehr Beton und Glas verbaut werden, desto mehr sehnt man sich nach grünen Oasen“, sagt Isabel Krüger von der Klimaschutzkampagne „Haus sanieren – profitieren“ der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Doch grüne Dächer haben nicht nur einen hohen Naherholungswert, sie sind auch nützlich: Bei starken Regenfällen nehmen sie Wasser auf und entlasten die Kanalisation. Überflutete Keller und Straßen werden dadurch seltener. Grünflächen auf dem Dach sorgen außerdem für Abkühlung im Sommer. In Kombination mit einer Dachdämmung kann Dachbegrünung sogar von der staatlichen Förderbank KfW gefördert werden. „Bei einer energetischen Gebäudesanierung sollten die Hauseigentümer diese Idee zumindest im Hinterkopf behalten“, so Krüger.

Grüne Dächer speicherten 50 bis 90 Prozent des Regens und ließen das Wasser erst langsam wieder verdunsten. „Das kühlt die Räume unter dem Dach und wirkt als natürliche Klimaanlage“, sagt Wolfgang Ansel, Geschäftsführer des Deutschen Dachgärtner Verbandes (DDV) und Biologe. Großflächig eingesetzt, könnten dadurch auch sogenannte Wärmeinseln in Städten verringert und die Lufttemperaturen gesenkt werden.

Welche Bedeutung der Anteil begrünter Dächer für die Grünanlagenstruktur haben kann, kann man etwa in Düsseldorf sehen: eine Gründach-Kartierung von 2008 zeigt mehr als 730.000 Quadratmeter begrünte Dach- und Tiefgaragenflächen. „Dies entspricht etwa zehn Prozent aller in Düsseldorf vorhandenen öffentlichen Parks und Grünanlagen“, sagt Ansel. Das habe eine enorme Wirkung auf die Umwelt und das Klima. Denn auch Feinstaub und klimaschädliches Kohlendioxid würden durch Gräser, Moose oder Kräuter gebunden. Deshalb bewertete auch das Umweltbundesamt (UBA) grüne Dächer als nützliche Investition in den Klimaschutz. Schließlich, so heißt es in einem UBA-Positionspapier, sei der Klimawandel spürbar und verursache Kosten. Frühzeitige Anpassungsmaßnahmen wie Dachbegrünungen lohnten sich deshalb.

Auch finanziell wird den „Dachgärtnern“ entgegen gekommen. So belohnten etwa Kommunen die Installation von grünen Dächern, so Ansel. „Viele Gemeinden entlasten die Hauseigentümer mit begrünten Dächern bei den Abwassergebühren oder der Entsiegelungsabgabe.“ Welche Fördermittel in den einzelnen Kommunen zur Verfügung stehen, kann beim DDV unter www.dachgaertnerverband.de erfragt werden. Da mit einer Dachbegrünung auch der Wärmeschutz im Haus zumindest unterstützt wird, hilft auch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bei dem Vorhaben: Hauseigentümer können im KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ ihre Dachbegrünung fördern lassen. „Vorausgesetzt, dass das Dach zuvor entsprechend den Mindestanforderungen unseres Programms wärmegedämmt wurde“, erklärt Sybille Bauernfeind, Sprecherin der Bankengruppe.

Die nachträgliche Installation einer  Dachbegrünung sollte gut überlegt und fachmännisch geplant sein. Dabei können neben Garten- und Landschaftsbaubetrieben auch Architekten, Dachdecker oder Ingenieure behilflich sein. „Haus sanieren – profitieren“ hat in seiner Datenbank aus mehr als 12.000 Partnern viele solcher Fachleute, die für eine Planung in Frage kommen können. Interessierte können ihr Haus in einem ersten Schritt auf die „energetische Fitness“ untersuchen lassen: Mit einem kostenfreien Energie-Check nehmen die Partner der DBU-Initiative die einzelnen Bauteile des Hauses unter die Lupe. Interessierte, die den Energie-Check machen lassen wollen, finden Kampagnenpartner oder unabhängige Experten in ihrer Nähe auf www.sanieren-profitieren.de.

Beitragsbild: Gerade in Städten werden die Dächer immer grüner – Foto: pixabay.com