Bochum, 02.12.2015. Die Temperaturen sinken, nachts wird es empfindlich kalt, und plötzlich sind sie da. In den Wintermonaten setzen sich kleine Wassertröpfchen an beschlagenen Fenstern ab, zum Beispiel früh morgens im Schlafzimmer. Diese sind nicht nur lästig, sondern ein Warnzeichen für zu viel Feuchtigkeit im Raum, Durch geeignetes Lüften können sie aber leicht verhindert werden.

Kondenswasser als Warnzeichen

Die Notwendigkeit des Stoßlüftens wird vor allem im Winter unterschätzt. Bei sinkenden Temperaturen und stürmischem Wetter neigt man dazu, die warme Luft in den gemütlichen vier Wänden halten zu wollen. Allerdings kann sich auf diese Weise Feuchtigkeit leichter an den Wänden ablagern – oder gut sichtbar an der Unterseite von Fenstern kondensieren. „Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass schnell und gründlich gelüftet werden sollte“, betont Nina Henckel, Pressesprecherin von Vonovia, eines der führenden deutschen Wohnungsunternehmen. „Damit sich das Kondenswasser nicht in den Ecken sammelt, sollte man zusätzlich die bereits entstandenen Tröpfchen am Fenster mit einem Tuch aufnehmen.“

Richtiges Lüften senkt die Anzahl der Krankheitserreger in der Raumluft – Foto: pixabay.com

Richtiges Lüften senkt die Anzahl der Krankheitserreger in der Raumluft – Foto: pixabay.com

Gründlich stoßlüften

Weil durch gekippte Fenster vor allem Heizwärme, aber wenig Feuchtigkeit nach draußen gelangt, sollte zwei- bis viermal pro Tag stoßgelüftet werden. „Dabei ist es ratsam, auch die Innentüren der Wohnung zu öffnen, damit ein schneller Luftaustausch stattfindet. Die Heizkörper am besten vor dem Lüften ausdrehen und erst wieder anmachen, wenn die Fenster geschlossen sind“, rät Nina Henckel.

Es klingt erstaunlich, lässt sich aber physikalisch begründen: In kühlen Räumen muss öfter und gründlicher gelüftet werden, da wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnimmt als kalte. An kalten Wänden kondensiert zudem – für das Auge unsichtbar – mehr Wasser. Im Schlafzimmer beispielsweise können über Nacht pro Bewohner bis zu 50 Gramm Wasser pro Stunde anfallen, die sich in Textilien, dem Putz und der Luft sammeln.

In Wohn- und Badezimmer herrschen meistens wärmere Temperaturen, je nach Vorliebe zwischen 19 und 21 Grad, im Bad bis zu 23 Grad. Auch dort sorgen aufgehängte Wäsche oder der Dampf aus Dusche und Badewanne für größere Mengen Wasser, die auf Dauer feuchte Wände verursachen können. Bäder mit Fenstern sollten in solchen Fällen immer sofort gelüftet werden. Dabei bleiben die Türen zu anderen Räumen am besten geschlossen, damit sich die Feuchtigkeit nicht in der Wohnung verteilt, sondern komplett nach draußen entweichen kann.

Wenn kein Fenster im Bad vorhanden ist hilft nur eine gute Abzugsanlage oder ein Lufttrockner – Foto: pixabay.com

Wenn kein Fenster im Bad vorhanden ist hilft nur eine gute Abzugsanlage oder ein Lufttrockner – Foto: pixabay.com

Innenliegende Bäder

Bei Bädern ohne Fenster gibt es jedoch keine andere Möglichkeit, als die Wohnung komplett durchzulüften, um den Dampf nach dem Duschen oder Baden nach draußen zu lassen. Wenn lediglich die Tür zu anderen Zimmern geöffnet wird, schlägt sich sonst die feuchte Luft an den Wänden der gesamten Wohnung nieder, was wiederum für schlechtes Raumklima sorgt.

Auch im Winter können also mit ein paar einfachen Regeln beim Lüften gleichzeitig die Raumluft verbessert und Energiekosten gespart werden.

Beitragsbild: Richtiges Lüften hilft Schimmelbildung zu vermeiden – Foto: Lighthousestock