Wie könnte ein Kinderzimmer am besten gestaltet sein, damit sich Ihr Töchterchen oder Sohn so richtig wohlfühlt, konzentriert lernen und entspannt schlafen kann? Passen da rosa-pinkfarbene Wände und ein Prinzessinnen-Himmelbett oder der wasserblaue Teppich, blaue Bettwäsche und ein Rennauto-Bett für einen Jungen? Oft nicht! In so durchgestylten Zimmern fehlt häufig die individuell zum Kind passende Abstimmung der Farben, Formen und Materialien, wie sie beispielsweise Feng Shui bietet, sowie eine förderliche Raumaufteilung.

Klare Bereiche für Aktivität und Ruhe

Gerade für das Kinderzimmer sollte gelten: Dort, wo geschlafen wird, sind Hausaufgaben nicht „angesagt“  – oder würden Sie gerne im Büro übernachten? Ohne klare Abgrenzung vermischt sich die Empfindung: Beim Vokabelüben möchte man lieber schlafen und beim Einschlafen stören die „Aktivpunkte“ des Tages. Ist das Zimmer sehr klein, kann z. B. mit Raumteilern die Sicht auf den Schreibtisch vom Bett aus verdeckt werden und umgekehrt. Das kann Lernen wie auch Schlafen unterstützen. Ebenfalls sollte dabei berücksichtigt werden, dass beispielsweise bei Hochbetten der Computer möglichst nicht unter dem Schlafbereich steht – zumindest sollte dann nachts der Strom ganz aus sein, wie auch beim Fernseher, wenn dieser unbedingt im Kinderzimmer stehen sollte. Auch Handys am besten ausschalten, Radiowecker ein ganzes Stück vom Bett entfernen, um die Nachtruhe nicht zu stören. Insgesamt gilt: Je weniger Elektrosmog, desto besser. Besonders dann, wenn Kinder sehr unruhig und nervös sind, kann dies ein Aspekt sein, um zu mehr Ruhe beizutragen.

Nicht zwischen „Tür und Angel“

Eine hilfreiche Faustregel, um den Schreibtisch Ihres Kindes im Raum gut zu positionieren, besagt: den Blick zur Tür, mit dem Rücken möglichst zur Wand. Für das Bett sollte möglichst ein „geschützter“ Bereich des Zimmers gewählt werden. Zusätzlich können Sie dabei die förderliche Himmelsrichtung berücksichtigen, die Ihnen die Kua- bzw. Ming-Kwa-Zahl aus dem Feng-Shui-Wissen aufzeigt. Sie errechnet sich aus dem Geburtsdatum Ihres Kindes und ist in einigen Feng-Shui-Büchern zu finden. Den Effekt kann man mit Radfahren vergleichen: Nutzt Ihr Kind bei der Arbeit am Schreibtisch bzw. beim Schlafen seine guten Himmelsrichtungen, indem das Mobiliar entsprechend im Raum ausgerichtet ist, fühlt es sich bei den Hausaufgaben, als ob es „mit Rückenwind Fahrrad fährt“ – statt mit Gegenwind. Beim Schlafen kann es so Kraft tanken. Gleiches gilt übrigens auch für das Elternschlafzimmer, genauso wie der nächste Aspekt: Das Bett sollte möglichst nicht direkt an einer Wand stehen, die an die Küche grenzt und in der der Starkstrom für den Herd fließt, auch nicht an einer Badezimmerwand mit Wasserrohren – allein schon wegen der Geräusche.

Schläft ihr Kind unruhig oder lernt schlecht, können Sie auch in Erwägung ziehen, den Schlafplatz von einem Rutengänger auf Wasseradern oder andere Störquellen untersuchen zu lassen, sodass Sie sehen, wo ein besserer Platz für das Kinderbett und den Schreibtisch zu finden ist. Übrigens haben Kinder oft noch ein sehr gutes Gespür dafür, wo es ihnen gut geht und was ihnen guttut. Dies können Sie auch spielerisch mit Ihrem Kind „erforschen“.

„Förderliche“ Elemente im Raum

Ganz individuell passend können Sie das Zimmer Ihres Kindes außerdem mit „seinen“ Elementen gestalten. Farben, Formen und Materialien, die es in seiner Entwicklung unterstützen können, lassen sich anhand seines Geburtsdatums in vielschichtiger Weise ermitteln. Hier kann Ihnen ein erfahrener Feng-Shui-Berater weiterhelfen, der zusätzlich ganzheitlich das gesamte Haus betrachtet und beispielsweise Gestaltungshinweise aus den Himmelsrichtungen ableitet, in denen die einzelnen Räume liegen. Eine solche Analyse bezieht in der Regel auch die Anordnung der Räume mit ein, die zeitlichen Aspekte und  Geburtsdaten der Familienmitglieder sowie spezielle Themen, die Ihnen am Herzen liegen. Der Vorteil einer solchen ganzheitlichen Betrachtung: Der Wohnraum insgesamt kann in Harmonie gebracht werden, gegebenenfalls auch dadurch, dass Zimmer, in denen es ihnen nur schwerlich gelingt, Ordnung reinzubringen, wieder „in Fluss kommen“ – was querbezogen zur Ausgeglichenheit Ihres Kindes beitragen kann. Denn wie ein Stein, den man ins Wasser wirft und der dann Wellen „verbreitet“, sind manchmal „Kleinigkeiten“ an ganz unvermuteter Stelle wohltuend für andere Bereiche.

Es gibt also neben der aktuellen „Mode“ die verschiedensten dauerhaften Ansätze, wie Sie das Zimmer Ihres Kindes gestalten können. Wenn Sie dabei die Bedürfnisse Ihres Kindes berücksichtigen, können Sie es nicht nur schön, sondern zusätzlich so gestalten, dass Ihr Kind sich darin rundherum wohl, gestärkt und im wahrsten Sinne „in seinem
Element“ fühlt.

Ein Artikel von Susanne Oelerich

Susanne Oelerich arbeitet seit vielen Jahren als freie Journalistin sowie als Feng-Shui-Expertin bei Bau- und Einrichtungsprojekten.

Beitragsbild: Susanne Oelerich