Bochum, 03.11.2015. Wer in einem Mehrfamilienhaus zur Miete wohnt, kann sich seine Nachbarn in der Regel nicht aussuchen. Da rauben die rauschenden Parties in der WG aus dem dritten Stock so manchem schon einmal den Schlaf. Und auch das Baby-Geschrei des jungen Ehepaares aus dem Erdgeschoss ist nachts um vier kein wirkliches Vergnügen. Ebenso wie die Pflanzenrabatten im Flur des zweiten Stocks, die immer mehr zum Urwald auswachsen.

Um ein friedliches und rücksichtsvolles Miteinander zu gewährleisten, gibt es in jedem Mietshaus eine Hausordnung, die regelt, was erlaubt ist und was nicht. Allerdings sollten die Bewohner auch wissen, welche Regeln in ihrem Haus gelten. Wie viele Mieter zu den Auskennern gehören, belegt eine TNS Emnid-Umfrage des Bochumer Wohnungsunternehmens Vonovia. Mit einem bemerkenswerten Ergebnis: Sofern sie zur Miete wohnen, antworten 87 Prozent der rund 1.000 Befragten auf die Frage „Kennen Sie Ihre Hausordnung?“ mit „Ja“. Das gilt in Ostdeutschland ebenso wie im Westen und auch für Männer und Frauen gleichermaßen. Etwas lockerer mit den Regeln des Zusammenlebens im Mietshaus sehen es meistens die jungen Leute. Dennoch: 78 Prozent der 14 bis 29-Jährigen kennen ihre Hausordnung. Experten sind aber mit 91 Prozent die Bewohner über 60 Jahre.

Ohne eine gewisse Ordnung ist das Zusammenleben mehrerer Menschen unter einem Dach nicht möglich. Die Hausbewohner können sich nur dann wohlfühlen, wenn alle aufeinander Rücksicht nehmen. Themen, wie Lärm, Reinigung, Kinder und Haustiere sind in jedem Haus geregelt. Auch die Sicherheit spielt eine große Rolle, wie z.B. das Schließen von Haus-, Keller- und Hoftüren oder Grillen auf dem Balkon. Auch die Lagerung von leicht entzündlichen Stoffen im Keller oder auf dem Dachboden gehört auf den Index.

Es macht also durchaus Sinn, die Hausordnung in Ruhe zu studieren. Die TNS-Emnid-Umfrage zeigt, dass die Regeln im Mietshaus den Bewohnern deutschlandweit in allen Regionen sehr gut bekannt sind. Ganz vorn rangieren die Bewohner in Sachsen und Thüringen mit 96 Prozent, gefolgt von Mietern in Nordrhein-Westfalen mit 94 Prozent sowie Anwohnern im Gebiet Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland mit 91 Prozent. Schlusslicht bilden die Berliner mit 74 Prozent sowie die Menschen in Schleswig Holstein mit 79 Prozent.

Ob Single-Haushalt oder Familie – wer zur Miete wohnt, weiß über die Regeln in seinem Haus Bescheid. An der Spitze liegen mit 90 Prozent die 2-Personen-Haushalte aber auch 89 Prozent der Singles und 88 Prozent der Haushalte mit drei Personen kennen ihre Hausordnung. Größere Familien mit vier Personen und mehr liegen mit 77 Prozent auf dem letzten Platz.

Beitragsbild: Die Deutschen kennen ihre Hausordnung – Foto: BillionPhotos.com / Fotolia.com