Seit es den Vollwärmeschutz gibt, haben der Energieberater und der Stuckateur alle Hände voll zu tun diesen nachträglich auf der Hausfassade anzubringen. Diese Wärmedämmung wurde seit der im Jahr 1995 eingeführten Wärmeschutzverordnung bis zur aktuell gültigen Energieeinsparungsverordnung 2009 immer anspruchsvoller, sprich immer dicker.

Mit üblichem Polystyrol-Platten, wie etwa Styropor, ist ein älteres Wohnhaus das zum Passivhaus saniert werden soll, nur mit Dämmstärken von mindestens 30 cm durchzuführen. Das Passivhaus soll jedoch laut Gesetzgeber bis zum Jahr 2019 Standard werden. Was ist zu tun?

Die Industrie hat glücklicherweise die Thermoskanne zum Thema für die Wärmedämmung in unseren Häusern gemacht. So genannte Vakuumisolationpaneelen (VIP) werden seit etwa 15 Jahren im Versuchsstadium produziert und angewendet. Die VIP erreicht aufgrund ihrer 5-8 fach niedrigeren Wärmeleitzahl und der damit verbundenen geringeren Materialstärke die gleiche Wärmedämmwirkung wie herkömmliche Dämmstoffe.

Mittlerweile ist die Forschung abgeschlossen und das hochwirksame Dämmmaterial ist am Markt erhältlich und einsetzbar.

Dazu wird um ein Stützkernmaterial, zum Beispiel Kieselsäure, eine hochwirksame Kunststofffolie mit Metallschichten aufgebracht. Aus dieser neu entstandenen Platte, in einer Stärke von 1 cm bis 2 cm, wird die Luft herausgepumpt und die Seiten verschlossen. Diese Platten können dann auf die Baustelle gebracht und direkt verarbeitet werden.

Ausbau des Rohbaus by Rainer-Sturm/pixelio.de

Ausbau des Rohbaus by Rainer-Sturm/pixelio.de

An dieser Stelle ist sorgfältige Planung nötig, denn die Platten dürfen nicht nachträglich zugeschnitten werden, da ohne das Vakuum innerhalb der Platte die Dämmwirkung verloren geht. Daher müssen Sie im Voraus vom Energieplaner mit dem richtigen Maß geplant und von einem geschulten Stuckateurmeister angebracht werden.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass am bestehenden Wohnhaus die normalen Fenster dank Dämmmaterialien wie das VIP nicht zu Schießscharten zugebaut werden müssen. Trotz Energieeinsparung muss man nicht auf anspruchsvolle Details oder auf den Platz zum danebenliegenden PKW-Stellplatz verzichten. Intelligente, gut geplante und verarbeitete Wärmedämmsysteme geben älteren, bestehenden Häusern noch einen lang anhaltenden Charme und Wertbeständigkeit.

Info-Tip:
Weitere Informationen zum Thema Energiesparen und Wärmedämmung erhalten Sie bei Thomas Schimek – zertifizierter Energieberater: Schillerstraße 22, 70839 Gerlingen, Tel. (0 71 56) 94 52-0, www.meineenergie24.de

Beitragsbild: Dämmung des Dachstocks by Rainer-Sturm/pixelio.de