Spätestens seit dem Disney-Film „Balto“ sind Schlittenhunde und ihre Musher in aller Munde und Schlittenhunderennen so gut besucht wie nie zuvor. In Deutschland werden für den früheren Nischensport nationale wie internationale Wettrennen durchgeführt. Und sowohl Wett- als auch Trainingsrennen sind genau das Richtige für einen winterlichen Familienausflug.

Das Renngelände wird man schon von Weitem hören. Allen Schlittenhunden ist ein „Desire to go“, ein unbedingter Wille zum Laufen, angeboren. Daher bellen und jaulen viele Hunde, wenn sie den Startbereich sehen, aber noch nicht laufen dürfen. Die Gespanne starten in fester Reihenfolge, jeweils mit ein paar Minuten Abstand nacheinander.

Ein Hundeschlitten wird weder mit Leinen noch Zügel gelenkt, sondern nur mit Kommandos. Der Musher treibt seine Hunde mit dem Wort „Mush“ an, mit „Haw“ geht es nach links, mit „Gee“ nach rechts. Ein Gespann, das sogenannte Team, besteht aus mindestens zwei Hunden. Je nach Größe des Teams gibt es bei den Hunden bestimmte Rollen: den Leader, also den Leithund, die Wheeler, die kräftigsten Tiere, die direkt vor dem Schlitten laufen, und die Swinger, die restlichen Hunde. Der Musher muss das Gespann zusammen mit seinem Leithund geschickt durch den Parcours leiten. Dabei sollte er sowohl auf die Strecke achten als auch auf potenzielle Störquellen wie freilaufende Hunde und darauf, dass sich die Hunde nicht überanstrengen.

Wer vor den Schlitten nur Huskys und Malamuts erwartet, der wird sich wundern. Zwar starten bei der WM und einigen festgelegten Rennen weiterhin die klassischen Schlittenhunde, außerhalb dieser Kategorien starten aber auch vermehrt Hunde anderer Rassen oder Mischlinge. Oft werden schnelle Jagdhunde ins Gespann eingekreuzt, da diese Tiere auf Kurzstrecken und im vergleichsweise milden Winter Europas besser abschneiden. Erst bei Langstreckenrennen kommen wieder die zähen und ausdauernden traditionellen Rassen zum Zuge.

In vollem Zug - Foto © Ali/Pixelio

In vollem Zug – Foto © Ali/Pixelio

Ob echter Husky oder Jagdhundmix, Gewinner ist immer das schnellste Gespann. Der Zieleinlauf ist aber zunächst recht unspektakulär. Nach dem anstrengenden Rennen ist für Vier- wie Zweibeiner die warme Mahlzeit wichtiger als jeder Pokal. Dann hat man als Außenstehender die Möglichkeit, sich die Lagerplätze der Teams anzuschauen und bei einer heißen Tasse Kaffee oder Glühwein ein paar Worte mit den Mushern zu reden. Und wer möchte, kann dabei gleich ein paar Tipps und Tricks für den eigenen Freund auf vier Pfoten bekommen.

Ein Artikel von Franziska Herget

Info-Tipp

Internationales Schlittenhunderennen mit WM- und EM-Qualifikation
28.01.2012–29.01.2012 in 79682 Todtmoos
www.todtmoos.de

Internationales Schlittenhunderennen und Deutsche Meisterschaft Mittelstrecke
04.02.2012–05.02.2012 in 79872 Bernau im Schwarzwald
www.bernau-schwarzwald.de

Beitragsbild: Kurze Ruhepause vor dem Rennen - Foto © Christian Vajk/Pixelio