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In einer aktuellen Entscheidung nimmt der Bundesgerichtshof zu der Frage Stellung, ob bei einer mangelhaften Kaufsache auch die Kosten eines Privatgutachtens zu erstatten sind.

Gemäß den Regelungen im BGB kann ein Käufer als Nacherfüllung nach seiner Wahl die Beseitigung des Mangels an der Kaufsache oder die Lieferung einer mangelfreien Sache verlangen. Der Verkäufer hat die zum Zweck der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Weg-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen. Fraglich war bislang die Kostenübernahme eines Privatgutachtens.

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Holger Gloistein von der Anwaltskanzlei Frey, Gloistein und Fritz. Foto © PR

Im aktuellen Fall kaufte ein Hauseigentümer Bodenbeläge und ließ diese von einem Schreiner in seinem Haus verlegen. Dieser ging nach einer vom Hersteller mitgelieferten Verlegeanleitung vor. Nach einiger Zeit traten Verwölbungen am Parkett auf. Der Holzhändler sah die Ursache nach Rücksprache mit dem Hersteller in einer zu geringen Raumfeuchtigkeit und wies daher die Mängelrüge des Hausbesitzers zurück. Dieser holte danach ein  Privatgutachten ein. Das Gutachten kam zum Ergebnis, dass die Veränderungen des Parketts auf eine in diesem Fall ungeeignete, in der Verlegeanleitung aber dargestellte Art der Verlegung zurückzuführen sei. Darauf gestützt, verlangte der Käufer eine Minderung des Kaufpreises sowie die Erstattung der Kosten für das Gutachten. In seiner Entscheidung gab der Bundesgerichtshof dem Kläger Recht, sodass auch die Privatgutachterkosten zu erstatten sind.

 

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Beitragsbild: Recht Aktuell Mangelhafte Kaufsache