Das Oberlandesgericht Bremen führt in einem aktuellen Urteil aus, dass die Vermögenssorge nicht nur die Pflicht der Eltern beinhaltet, das ihrer Verwaltung unterliegende Geld der Kinder nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung anzulegen, sondern verbietet zugleich, das Geld der Kinder auch für persönliche Zwecke der Kinder zu verbrauchen.

Wenn Eltern ein Sparbuch auf den Namen ihres Kindes angelegt haben, damit auf dieses Einzahlungen Dritter (z. B. Geldgeschenke von Großeltern, Verwandten) vorgenommen werden können, spricht dies dafür, dass das Kind der Inhaber dieser Forderung ist. Dies gilt auch, wenn die Eltern das Sparbuch in Besitz haben.

Daher liegt eine Verletzung der Vermögenssorgepflicht der Eltern vor, wenn diese Abhebungen vom Sparbuch des Kindes vornehmen, um hiermit etwa Kinderzimmermöbel, Urlaubsreisen, Geschenke und Kleidung für das Kind zu bezahlen.

Die Eltern schulden ihren Kindern einen angemessenen Lebensunterhalt. Dieser ist von den Kindeseltern und nicht von den Kindern selbst zu tragen.

 

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